The Lie of the Land

 GB 2007
Dokumentation 75 min.
film.at poster

Am Beginn von The Lie of the Land stehen eindringliche Aufnahmen: Der Bauer Ian Williams tötet mit einem routinierten Schuss ein verschrecktes Stierkalb. «Was hat denn mit dem Tier nicht gestimmt?», fragt ihn die Filmemacherin Molly Dineen. «Ach nichts, aber es ist einfach nichts wert», antwortet Williams in leiser Stimme. Das Jungtier hat für den auf Milchwirtschaft spezialisierten britischen Viehbetrieb keinen Nutzen, denn die drei Pfund, die Williams für das Kalb bekommen würde, wenn er es zum Schlachthaus bringt, decken nicht mal die Benzinkosten dorthin ab. Und so verfüttert er die Tiere an seine Hunde und verkauft die Felle. Dineens Kamera folgt Williams und seinem Kollegen Paul Hancock durch deren Alltag in Cornwall, wo die Farmer in einer sich rapide verändernden, unter der Dominanz der Supermärkte leidenden Agrargesellschaft um ihre Existenz kämpfen. Dabei wird ersichtlich, wie die verschiedenen Interessensgruppen durch komplexe wirtschaftliche Beziehungen miteinander verbunden sind: Die Einschränkung der traditionellen Jagd bedeutet etwa nicht nur Einkommensverluste für die Jäger, sondern auch für jene Bauern, welche die Fasane für die Jagd züchten, wie zum Beispiel Glyn Pearman aus Cottswolds. Und während einerseits der Handel den Tierschutz verletzt, tragen andererseits auch Tierschützer - wie Dineen am Beispiel der heftig diskutierten Fuchsjagd aufzeigt - zu den Problemen bei. Mit einem scharfen Auge für Details und auf unvoreingenommene Weise gewährt The Lie of the Land Einblick in die Mechanismen einer «liberalisierten» Lebensmittelindustrie und deren Auswirkungen.

(Text: Viennale 2008)

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Molly Dineen
Molly Dineen
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  • Der Topos dieser Doku erinnert an "Unser tägliches Brot" oder "We feed the world" - und vermutlich kann es nicht genügend derartige Filme geben, zumindest nicht, bis die absurden Auswüchse der weltweiten Lebensmittelindustrie ins Bewusstsein der Konsumenten gedrungen sind - wir kaufen die Produkte dieser Industrie, wollen immer mehr um immer weniger Geld und tragen damit wesentlich zu Art und Weise der Produktion bei...