Vienna Shorts 2017 - Internationaler Wettbewerb - Das Medium

Film

Min.75

Das Medium | Animation Avantgarde

Ein verbindendes Element dieses Programms ist die Konzentration auf spezifische Möglichkeiten des benutzten Mediums und der jeweiligen Technik. Dabei zeigt sich eine enorme Vielfalt an Strategien, ästhetischen Qualitäten und Inhalten. Minimalismus auf Filmmaterial sowie computergenerierte Welten und Wesen, die zwischen Abbildung und Neufindungen pendeln; verspielt handgemalte und konstruktivistisch generierte Visual Music; und Zeichentrickfilme, die das Potential „gezeichneter Welten“ ausreizen und thematisieren und gleichzeitig narrativ, unterhaltsam oder poetisch sind. (tr)

Workshop Film
2017 | 00 min | Regie

Untitled
AT | 2016 | Kein Dialog/Liedtext | 04 min | Regie björn Kämmerer

Kämmerer verwendet für seine Arbeiten immer wieder Alltagsobjekte, die er durch den Ausschnitt, den wir zu sehen bekommen, durch den Blick der Kamera oder auch durch die für sie vollführte Bewegung zu etwas Neuem werden lässt. Er kreiert ein Spiel der abstrakten Formen, die konkreter sind, als man glauben mag, erzeugt Rhythmus und Sound im stummen, bewegten Bild und lässt die monochrom gefärbten Linien und Formen auf der Leinwand tanzen. (wp)

Trilogy of Leaving
AT | 2016 | Kein Dialog/Liedtext | 04 min 28 sec | Regie Anna Vasof

Video und Objektkunst sind die Bausteine, aus denen Anna Vasof ihre Animationen entstehen lässt. Ein Regenschirm, in den sie Fotos montiert, erinnert an ein Zoetrop. Vogelfedern zerschneidet sie mit der Schere, und in der Einzelbildabfolge beginnen sie zu fliegen. Eine Serie von Fingerabdrücken wird zu einer endlosen Tunnelfahrt transformiert. Gemeinsam ist der faszinierende Moment, in dem die Videos durch Beschleunigung in flüssige Animation umkippen. (tr)

Extrapolate
JP, NL | 2016 | Kein Dialog/Liedtext | 02 min | Österreich-Premiere | Regie Johan Rijpma

Johan Rijpma greift ein beliebtes Motiv aus der Frühzeit des Zeichentrickfilmes auf, wenn die Hand des Zeichners, die den Stift führt und eine erste Linie aufs Papier setzt, zu Beginn zu sehen ist. Die reale Hand transformiert bei ihm in eine gezeichnete, und ein fantasievoller Fluss aus weiter expandierenden Metamorphosen und faszinierenden Raumtransformationen setzt ein, um schließlich im Playback wieder zum Anfang zurückzukehren. (tr)

Kut
Corner
EE | 2016 | Kein Dialog/Liedtext | 02 min 06 sec | Österreich-Premiere | Regie Lucija Mrzljak

Kut ist ein großartiges Beispiel für das Potential der Reduktion. Mit einfachen Strichzeichnungen auf einer im Grunde leeren Fläche erfindet Lucija Mrzljak eine Welt der optischen Täuschungen, räumlicher Paradoxa und verblüffender Wendungen. Sie stellt sich damit in eine Tradition von Arbeiten mit ähnlicher Strategie, zu denen u.a. Raimund Krumme wesentlich beigetragen hat, und beweist ihre Eigenständigkeit mit feinem Humor und persönlichem Zeichenstil. (tr)

Casino
CA | 2016 | Kein Dialog/Liedtext | 03 min 58 sec | Österreich-Premiere | Regie Steven Woloshen,

Steven Woloshen arbeitet bereits seit den 1980er-Jahren mit Filmmaterial und bedient sich meist der Technik des Kratzens und Kritzelns im Sinne der abstrakten „direct animation“. In Casino verarbeitet Woloshen einen persönlichen Verlust, den seines Vaters, der zeitlebens gerne ins Casino gegangen ist, entledigt sich dabei aber aller Schwere und kreiert stattdessen eine Hommage an die Buntheit und lebendige Choreografie der Karten, Roulette-Räder und Würfel. (wp)

keep that dream burning
DE, AT | 2017 | Kein Dialog/Liedtext | 08 min | Regie Rainer Kohlberger

Abstrakte digitale Bilderwelten sind Rainer Kohlbergers Zuhause. Sich in diesen zurechtzufinden bzw. sie entstehen zu lassen, ist künstlerischer Ausgangspunkt vieler seiner Arbeiten. Dieser Film beginnt allerdings nicht beim digitalen, sondern beim realen Bild hinter dem Rauschen und lässt Strukturen, Oberflächen und konkrete Szenen erahnen, ohne sie preiszugeben, wodurch das Publikum umso mehr in den schwarz-weißen Rausch eintauchen kann. (wp)

189D0
US | 2016 | Kein Dialog/Liedtext | 05 min 27 sec | Österreich-Premiere | Regie Raven Kwok

Raven Kwok, der schon mit einigen Arbeiten bei Animation Avantgarde vertreten war, erzeugt mit seiner Arbeit 189D0 erneut einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Die abstrakte Struktur, pulsierend und sich zur Musik transformierend, ist Rhythmus und Takt, sich entladende Energie und strenge Form zugleich. Ebenen verschwimmen ineinander und zersetzen sich gegenseitig, um ein geordnetes, geometrisches Chaos zu erzeugen. (wp)

Any Road
FR | 2016 | 10 min 04 sec | Österreich-Premiere | Regie Boris Labbé

Was mit einem simplen Computerspiel beginnt, begibt sich bald in bizarre Auffächerungen unterschiedlicher Universen zwischen Abstraktion und dem Erahnen möglicher Welten. Die Arbeit entstand in enger Zusammenarbeit mit dem italienischen Komponisten Daniele Ghisi, der in seiner Werkbeschreibung bezeichnenderweise Orchester, Electronics und Video als Instrumente benennt. Die Auftragsarbeit wurde im Mai 2016 vom Orchestre National de Lyon uraufgeführt. (tr)

Play Boys
BE | 2016 | Kein Dialog/Liedtext | 07 min 22 sec | Österreich-Premiere | Regie Vincent Lynen

Mehrere kleine und wechselnde Bühnen sind über den monochromen Hintergrund verteilt und beherbergen spielzeugartige Figürchen. Die männlichen, vom Autor als Machos charakterisiert, sind Karikaturen geschlechtsspezifischer Klischees, wenn sie mit ihren Hunden, Mopeds, Autos und Schießgewehren spielen. Sie schießen auf Luftballone, Flaschen und Dosen, die Frauen in Bikinis auf ihren Körpern balancieren. Vor lauter Blödheit geht am Ende auch was kaputt. (tr)

Sway
HK | 2016 | Kein Dialog/Liedtext | 08 min 10 sec | Österreich-Premiere | Regie Faiyaz Jafri

Ein perfekter Körper – oder doch nicht? Im Hyper-Unrealism ist alles anders. Ein Körper wie ein Zottelmonster, mit Haaren überzogen, die zum Beat mitgeschwungen werden können und das auch hemmungslos tun. Faiyaz Jafri wartet mit einem neuen 3D-generierten Film auf, der das Spiel zwischen Körperlichkeit und Entkörperung in der digitalen Welt thematisiert. Die Ekstase der Figur ist auf jeden Fall ansteckend und lädt zum Mit-Swayen ein. (wp)

Debiut
Debut
PL | 2016 | 08 min | Österreich-Premiere | Regie Katarzyna Kijek

Die Idee, die den Denkenden verschlingt und so real wird, dass sie die Realität selbst zu übernehmen scheint – und dann doch über Bord geworfen wird. Katarzyna Kijek erzählt und visualisiert die Geschichte der Schreibblockade neu und schmückt sie mit ausufernden formalen und dramaturgischen Einfällen aus. Mit viel Witz und perfektem Timing beschreibt sie den Prozess und die Ablenkungsmöglichkeiten, wenn etwas wirklich Wichtiges geschrieben werden muss. (wp)

Decorado
FR, ES | 2016 | 12 min | Österreich-Premiere | Regie Alberto Vazquez

Die Welt – eine Kulisse. Szenerien, die vorgegaukelt werden, ein ewig gleicher Ablauf an Belanglosigkeiten, die immer zum erwarteten Zeitpunkt einsetzen. Decorado ist witzig und schonungslos bösartig zugleich: Romeo_69 ist ein Monster, die Liebe des Lebens nur eine Komparsin, nur die Schläge, die tun wirklich weh. Ein satirisch-faszinierender Zeichentrickfilm mit ernstem Beigeschmack: „The world is a wonderful stage, but its characters are disgraceful.“ (wp)

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