Vienna Shorts 2017 - Internationaler Wettbewerb - The Promise of Happiness

Min.79

The Promise of Happiness

Ein Feiertag in Spanien, eine Kommunion in Kolumbien und zwei Hochzeiten in Sri Lanka und Marokko fordern die Auseinandersetzung mit Symbolen, Bräuchen und Ritualen. Diese bilden die Bausteine für vier Geschichten, in denen Tradition, Begierde und Erwartungen in einen gesellschaftskritischen und politischen, aber stets auch die ProtagonistInnen in ihrem persönlichen Umfeld betreffenden Kontext gestellt werden. Die Rolle der Frau wird in diesem Zusammenhang ebenso beleuchtet wie die tiefe kulturelle Verwurzelung, die ein Ausbrechen aus gewohnten Mustern oft nicht gerade einfach macht. (mm)

Las vísceras
The Entrails
ES | 2016 | 15 min 38 sec | Österreich-Premiere | Regie Elena López Riera

Ein Dorf im Süden Spaniens, die Vorbereitungen auf einen Feiertag laufen. Die Kinder spielen im Hof mit einem Hasen, den die Großmutter mitgebracht hat. Das Tier lässt sich ohne Gegenwehr streicheln, bevor die Frau es vor den Augen der Kinder tötet und häutet. Draußen füllen sich währenddessen die Straßen mit Menschen, und es wird jener Frau gedacht, deren unglückliche Liebe der Legende nach ihr Herz zerfressen hat und deren Geist noch heute im Dorf umherstreift. (mm)

El cuento de Antonia
The Tale of Antonia
CO, CH | 2016 | 30 min | Österreich-Premiere | Regie Jorge Cadena

Antonia erinnert sich an ihre Kommunion, die schwierigen familiären Verhältnisse und das Aufwachsen in Bocas de Ceniza, einem kleinem windigen Fischerdorf an der Küste Kolumbiens. Die Ausbeutung des Landes durch die Kommunalpolitik spiegelt sich in den verschmutzten Flüssen, den abgeholzten Waldflächen und der Unzufriedenheit der Bevölkerung wider. Ein wunderschönes Porträt eines Mädchens und eines Landes, das nicht mehr getäuscht werden möchte. (mm)

Tradition
LK | 2016 | 10 min 42 sec | Österreich-Premiere | Regie Lanka Bandaranayake

In einem Zimmer wird eine Braut für ihre Hochzeit vorbereitet. Jedes angelegte Schmuckstück hat eine Bedeutung, und mit jedem Schmuckstück folgt auch eine persönliche Erinnerung der Braut. Die Gespräche mit ihren Geliebten, die sie Revue passieren lässt, machen aus der romantischen Vorstellung einer Hochzeit einen traurigen und pragmatischen Akt, bei dem man kaum von Liebe sprechen kann. Ein ernüchterndes Statement zur Rolle der Frau in einer männerdominierten Gesellschaft. (mm)

Hyménée
FR, MA | 2016 | 23 min | Österreich-Premiere | Regie Violaine Bellet

In der Hochzeitsnacht bekommen sich Braut und Bräutigam zum ersten Mal zu Gesicht. Die Hochzeitsgesellschaft feiert vor der Tür. Alle warten feierlich darauf, das Blut zu sehen, das die Jungfräulichkeit der Braut bestätigen und die Ehre der Familie wahren soll. Die Erwartungen sind groß, die Anspannung der beiden auch. Ein wortloser Machtkampf voller Ekstase beginnt, bis schließlich Blut fließt. Eine Geschichte über Vertrauen und zwei Fremde in ihrer Hochzeitsnacht. (mm)

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