Vienna Shorts 2017 - Österreichischer Musikvideopreis

 
124 min.
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Words You Can’t Spell | Screensessions

Helden der (fiktiven) Musikgeschichte, dystopische Ausblicke und verliebte Roboter. Dem Wachstum der österreichischen Musik(video) szene scheinen derzeit wenig Grenzen gesetzt zu sein, was diese heterogenen, aber stimmigen Arbeiten eindrucksvoll zeigen. Und auch wenn das „big budget“ meist vergeblich auf sich warten lässt, schaffen es die vielen beteiligten Kräfte – von den Filmschaffenden und AnimationskünstlerInnen über die MusikerInnen und Bands – doch, gemeinsam neue Impulse zu setzen und von der Vintage-Ästhetik bis zum High-Gloss-Produkt alles möglich zu machen. (ce)

WM8876 – RADIANT – Wattmarck
AT | 2017 | Kein Dialog/Liedtext | 02 min 47 sec | Welt-Premiere | Regie Lorenz Tröbinger, Yuri Konakov

Die Details, die uns Lorenz Tröbinger um den Mythos „Wattmarck“ liefert, reichen weit zurück. Mit Videodokumentationen und einem eigenen Film treten wir ein in ein gründlich recherchiertes Universum, das auch aus der Feder von H.P. Lovecraft stammen könnte. Das einzige Musikvideo zu „Wattmarck“ zeigt den für das Album entwickelten Sequenzer WM8876 – RADIANT, Teil des wattmarck‘schen Orama-Soundsystems. Der Traum eines jeden Retro-Liebhabers. (ad)

Heite grob ma Tote aus – Voodoo Jürgens
AT | 2016 | 04 min 10 sec | Regie Florian Senekowitsch

Im gutbürgerlichen Wohnzimmer der Großmutter empfängt der Sänger Voodoo Jürgens Reporter zum Interview und kündigt Großes an. Danach entführt er sie in seine Welt, die Wiener Unterwelt. Neben zwielichtigen Gestalten tanzt er sich in Strizzi-Manier durch das Nachtleben in der Kanalisation und zelebriert dabei die Wiener Wurschtigkeit, die die Journalisten im Video immer wieder in die Verzweiflung treibt. (vk)

Moving Water – Gudrun Von Laxenburg (feat. Eloui)
AT | 2016 | 05 min 44 sec | Wien-Premiere | Regie Sebastian Mayr

In einer dystopischen Zukunft leben die Menschen in Megastädten auf engsten Raum zusammen. Die Obrigkeit überwacht und unterdrückt. In der Hoffnung auf einen letzten Rest Freiheit zieht es die Menschen in den Untergrund, denn dort wird das Tanzen zur einzigen verbleibenden Ausdrucksform der Auflehnung – bis sich schließlich in eindrucksvoller Sci-Fi-Manier die Grenzen des Raums auflösen und mit dem tanzenden Körper verschmelzen. (ad)

Wie 1 James Bond Song – Mascha
AT | 2017 | 04 min 10 sec | Welt-Premiere | Regie Mascha Peleshko

Mascha widmet Song und Video dem einzig wahren James Bond: einer Undercover- Muse aus Bruck an der Mur. Mit Public-Domain-Footage kreiert sie ihre eigene Agentenstory in Schwarz-Weiß. Das nostalgische Narrativ des leidenschaftlichen Spions wird genüsslich zerlegt und variantenreicher ausgekostet, als es die wohlbekannten Filme vermuten ließen. Am Ende lässt die Künstlerin mit Jugendkultur-Referenzen den Traum „James Bond“ ziemlich alt aussehen. (ad)

Handkuss – Worried Man & Worried Boy
Kiss on the Hand – Worried Man & Worried Boy
AT | 2016 | 03 min 40 sec | Regie Beniamin Urbanek, Stefanie Sargnagel

Eine junge Frau manövriert sich durch den Alltag. Tagsüber ist sie im Detoxhimmel beschäftigt und bekräftigt ihr Tun mit lebensbejahenden Weisheiten. Carpe Diem! Ab ins nächste Beisl! Denn eins weiß die junge Frau fix: Solange die Pickel sprießen, ist sie am Leben. Das Saftgeld wird in Bier investiert, der Kapitalismus freut sich am Eskapismus. Mit ein paar animalischen Typen und dem Echs tanzt sie sich in einen Rausch aus Alkohol und Tristesse. (ad)

N_I
AT | 2016 | Kein Dialog/Liedtext | 07 min 25 sec | Österreich-Premiere | Regie Patrick Schabus

Massive Berge, rauschendes Wasser und aufziehender Nebel werden von der experimentellen Musik von Paul Gründorfer teils synästhetisch, teils kontrapunktisch begleitet. Patrick Schabus bezieht sich mit seinen Bildern auf frühe fotografische Arbeiten, in denen die Natur als gewaltige transzendente Kraft dargestellt wurde. Musik und Bild erschaffen im Zusammenspiel eine unbehagliche Szenerie, die Idylle der Natur wird zerstört. (ad)

Behemoth – ZAPP GALURA
AT | 2016 | Kein Dialog/Liedtext | 06 min | Regie Mike Kren

Als sich die Türen eines gepflegten Einfamilienhauses schließen, beginnt eine Liebesgeschichte der dramatischen Art. Zwei technische Geräte des Hauses erwachen zum Leben und erblicken sich durch das Fenster. Der Staubsauger-Roboter kämpft sich fortan geschickt in den Garten zum Rasenmäher-Roboter vor, doch schnell wird klar: das ist nicht seine Welt. Eine ungewöhnliche Lovestory, die ihr vorprogrammiertes tragisches Ende nimmt. (vk)

Butter – Leyya
AT | 2016 | 03 min 36 sec | Regie Martina Trepczyk

Farben, Landschaften und das Kräftemessen von Mann und Frau, Mensch und Maschine bestimmen Butter. Das satte Meeresblau zu Beginn wird bald vom kahlen Braun einer steinig-staubigen Insel abgelöst, über die sich ein junger Mann müde in Richtung einer breiten Straße kämpft. Dort wird er bereits von einer jungen Frau im orangen Sportwagen erwartet – und ein unwahrscheinliches Rennen beginnt, das selbst Goldbarren wie Butter schmelzen lässt. (vk)

Bulletproof – VENTIL
AT | 2016 | Kein Dialog/Liedtext | 10 min | Welt-Premiere | Regie Florian Kindlinger, Peter Kutin

Als VENTIL kombinieren Florian Kindlinger und Peter Kutin ihre Musik stets mit visu ellen Formaten. Bulletproof ist nun ein Ableger ihres neuen Filmprojekts The Fifth Wall, das eine Panzerglasscheibe als mediales Display inszeniert, hinter dem soziale Kämpfe ausgetragen werden. Im Video wird die Scheibe ebenfalls massiv angegriffen, der kugelsichere Schutz hält vorerst – doch die Zerstörungsversuche hinterlassen ein aufgekratztes Gefühl ... (ad, de)

Linz bei Nacht – FLUT
AT | 2017 | 03 min 58 sec | Regie Manuel Hauer

Eine verdächtige Gestalt im Trenchcoat zieht durch das nächtliche Linz. Die qualmenden Schornsteine lassen die Stadt beim Panoramablick über die Donau wie einen bedrohlichen Sumpf wirken. Der Krimi katapultiert uns in die 80er-Jahre und zeigt in authentischer Ästhetik das Versteckspiel eines Ganoven. Die analoge Machart erinnert an altbekannte TV-Kommissare und Detektive und zeichnet mit dem Lied eine eigenwillige, noch seltsam vertraute Welt. (vk)

Last Summer Forever – Black Palms Orchestra
AT | 2016 | 05 min 03 sec | Regie Daniel Geronimo Prochaska

Jean-Luc Godard und Laura Palmer treffen bei ihrer Sommerfrische auf Capri aufeinander. Die Kulisse erinnert an die griechische Mythologie, Spannungen sind vorprogrammiert. Vor dem tiefen Blau irren die ProtagonistInnen zwischen Einsamkeit und Leidenschaft umher. Sie möchten vor Liebe sterben und gleichzeitig die Liebe sterben lassen. Die Emotionen laufen heiß, bis am Ende sogar die Palmen Feuer fangen. (ad)

Little Hell – Ankathie Koi
AT | 2016 | 04 min 40 sec | Regie David Kleinl, Antonin Pevny

Aus Liebe wird Hass, der sich in Drohungen niederschlägt. In der Beziehungshölle inszeniert sich Ankathie Koi als mordlustige Königin. Mit viel Symbolik und einem Augenzwinkern lebt die Sängerin in ihrem Musikvideo Little Hell Rachegelüste und Machtdemonstrationen aus. Überzeichnet durch die penible Puristik des modernen Zementbaus und der üblen Kürbismeuchelei unterstreicht das Video die Kampfansagen einer starken Frau. (vk)

Palmen am Balkon – Granada
AT | 2016 | 02 min 49 sec | Regie Bernhard Kaufmann

Für seine Band Granada tritt der vormals als Effi bekannte Musiker selbst vor die Kamera. Dabei zeigt er jedoch nur seinen Kopf, denn der Rest des Körpers unternimmt eine Reise durch die TV-Welt. Im perfekt getimeten One-Shot-Video entstehen trotz starrer Einstellung beim Zappen durch die Programme knackige Bilder, für die der Sänger in Windeseile in unterschiedliche Rollen schlüpft. So bewegt kann ein Loblied aufs Zuhausebleiben sein. (vk)

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