VIS 13: Strange Days: Horrific Animation

 
Animation, Kurzfilm 67 min.
film.at poster

Horrorfilme erinnern mich irgendwie an Freuds Id, Ego und Superego. In diesem Fall wären das Ego diese tuntigen Horrorfilme voller Geister, Ghule, Dämonen, Monster, Vampire, Zombies, Aliens und anderer überirdischer Wesen. Oft sind diese Filme (Night of the Living Dead, Invasion of the Body Snatcher, etc.) abgewandelte Reflexionen der tiefer liegenden Ängste, Sorgen und Gelüste der Gesellschaft. Schwierige, unbehagliche Themen (Verbraucherherrschaft, Rasse, Sexualität, Politik, Krieg) sind oft in einer schmackhafteren, symbolischen und marktfähigeren Weise (re)-präsentiert. Wie bei einem schnellen, leicht zu vergessenden Fick gibt es einen kurzen Knall und dann ein Winseln.

Die wahren Kerle des Horrorfilms sind die Id/Superego-Filme. Diese psychologisch motivierten Arbeiten verführen gekonnt; subtil, langsam in uns eindringend wie ein zärtlicher, leidenschaftlicher Liebhaber, der eine bleibende Permeation zitterndes Unbehagens hinterlässt, die uns manchmal durchschüttelt wie das tägliche Knacksen eines Knochens.

Animation, so zeigen diese Filme, ist besonders geschickt darin, die unsichtbaren, unwillkommenen Alltagsmonster zu entblößen, die im furchterregendsten und realen Horror umherstreunen: die menschliche Seele.

(Programm und Text: Chris Robinson mit Thomas Renoldner)
Programm präsentiert von VICE

Smile
Israel / 2005 / 7 min
Regie: Noam Abta, Yuval Markovich

Bobby yeah!
Großbritannien / 2011 / 23 min
Regie: Robert Morgan

Mak's Parasite
USA / 2009 / 2,5 min
Regie: Ian Miller

Night of the loving dead
Großbritannien / 2012 / 7 min
Regie: Anna Humphries

Moodswing
Belgien / 2011 / 12 min
Regie: Pieter Coudyzer

The Present
Taiwan / 2013 / 15 min
Regie: Joe Hsieh

Raped Parenthood
USA / 2009 / 0:38 min
Regie: Ian Millar

Kritiken

Kinoprogramm

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