What Mozart Saw on Mulberry Street

 F 1956
Kurzfilm 6 min.
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Warum die Revolutionen nicht von den Menschlichen begonnen werden, wird Godard in Notre musique gefragt. Die Menschlichen beginnen andere Dinge, antwortet der alte Aphorist: Sie gründen Bibliotheken. Und Friedhöfe, fügt ein Beisitzer an. So beginnt auch dieser dreiteilige Film, mit zehn Minuten meisterhafter Montage der "Hölle", einer Vision des totalen Kriegs aus Filmmaterial des 20. Jahrhunderts: Bibliothek und Friedhof zugleich.

Am Ende zehn Minuten "Paradies" wie ein Club-Med-Naturidyll, bewacht von US-Marines. Dazwischen das "Fegefeuer" des Nachkriegs-Sarajewo, wo sich Godard und andere Denker zum Symposium treffen. Er selbst trägt sein dialektisches Weltmodell vor - Schuss/Gegenschuss -, das ist auch die Struktur des Panoramas rundherum: Dokument und Fiktion, Mann und Frau, Israel und Palästina.

Eine schöne Elegie auf das 20. Jahrhundert, aufs Kino, auf Godard selbst. Und als Zentralmetapher der Wiederaufbau der Mostar-Brücke: gemeinsam mit der Jugend Hoffnungsschimmer für einen Skeptiker. (C.H.)

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Rudy Burckhardt und Joseph Cornell

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