Yi zhi hua nainiu (The Black and White Milk Cow)

 China 2004
Drama, Independent 98 min.
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Nach dem Tod seines Vaters muss Jinsheng sein Studium abbrechen, um für den Lebensunterhalt seiner Großmutter zu sorgen. Er kehrt in sein Dorf zurück, um dort auf Wunsch seines Onkels, der Gemeindevorsteher ist, die Stelle des Lehrers einzunehmen. Doch die Region Yangjiagou ist arm, und die Behörden können dem jungen Mann einzig eine verlotterte Schule und eine Milchkuh als Entlohnung anbieten. Doch Jinsheng lässt sich nicht entmutigen. The Black and White Milk Cow, gedreht mit minimalem Budget, konzentriert sich auf die so genannten einfachen Dinge des Lebens, die für die meisten Menschen nichts anderes bedeuten als einen täglichen Existenzkampf. Doch Yangs Film wohnt trotz oder gerade aufgrund seiner Beschränkung auf das auch in formaler und ästhetischer Hinsicht Wesentliche so etwas wie Hoffnung inne. Die sozialpolitischen und gesellschaftlichen Hintergründe, mit denen Jinsheng konfrontiert ist, mögen noch so prekär sein, für ihn zählt am Ende nur der Glaube an sich selbst. The Black and White Milk Cow, der Erstling eines jungen Filmemachers, der an der Universität Beijing studiert, führt uns in eine entlegene chinesische Provinz, die weitab vom gegenwärtigen wirtschaftlichen Aufschwung liegt. Das Thema erinnert an Chen Kaiges berühmten Film King of the Children, in dem ein junger Lehrer den Bauernkindern mit viel Fantasie etwas Wissen beizubringen versucht. Doch die Zeiten haben sich geändert, und heute geht es weniger um Bildungsfragen als um den Weiterbestand eines Erziehungssystems, das in jenen abgelegenen Regionen vor völliger Auflösung steht. Das vom Regisseur gewählte Prinzip der Einfachheit lange, karge Einstellungen, ein fast mönchisches, durch mangelnde Produktionsmittel bedingtes Drehbuch lässt das Gefühl der Armut noch stärker hervortreten. (Martial Knaebel)

(Text: Viennale 2005)

Details

Yang Dazhe (Jinsheng), Guan Luancang, Yang Dongjing
Yang JIN
Wang Xinjun
Yang Jin
Yang Jin

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken


  • TIPP
    Ähnlich wie "Alian", ein unter low (hier noch lower...) Budget-Bedingungen gedrehter Film über die Fährnisse des Landlebens in
    China, abseits von den großen Modernisierungsbestrebungen. Der Regisseur Yang Jin drehte dabei in seinem eigenen Heimatdorf, nur mit einer Videokamera ausgestattet, unter einfachsten Bedingungen.
    Einige Gedanken zu diesem Enstehungsprozess finden sich beim Tipp zu "Alian".