zeitnah, weltfern 12: 4. Todesboten

 
Drama 
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Conrad Wiene, Österreich 1930 EINE DIRNE IST ERMORDET WORDEN Drehbuch Fritz Zoreff Kamera Walter Robert Lach Bauten Hans Ledersteger Maske Hans Schroll Darsteller Iwan Kowall-Samborwski, Aribert Mog, Paul Askonas, Mary Kid, El Dura, Mizzi Griebl, Alice Hetsey Produktion Gold-Film 35mm/1:1,33/Schwarzweiß, stumm Deutsche Zwischentitel 967 Meter (Fragment), 35 Minuten (24 B/Sek.) Rudolf Katscher, Österreich 1933 ÖL INS FEUER Alternativtitel Unsichtbare Gegner Drehbuch Philipp Lothar Mayring, Heinrich Oberländer, Reinhard Steinbicker Kamera Eugen Schüfftan, Georg Bruckbauer Musik Rudolf Schwarz Bauten Erwin Scharf Ton Alfred Norkus Schnitt Rudolf Schaad, Phillis Fehr Darsteller Gerda Maurus, Paul Hartmann, Oskar Homolka, Peter Lorre, Paul Kemp, Raoul Aslan, Leonard Steckel Produktion Pan-Film GmbH (Berlin) 35mm/Schwarzweiß, Ton 82 Minuten Heimatlosigkeit als Prinzip. Beide Filme dieses Programms beanspruchen diesen Befund. In ihrem Umfeld schlägt der Kinotod eine Brücke zu gesellschaftlichen Ereignissen. 1930 führt eine fälschliche Mordanklage in ein Milieu, das von den Gesetzen des Marktes geregelt wird. In den Barackensiedlungen der Vorstadt versucht eine ehemalige Prostituierte, ein Leben in Würde zu führen. 1933 zeigen sich die Geschehnisse der Leinwand mit Schatten vertraut. Filmschaffende, die ihr Land verlassen müssen, um der physischen Vernichtung zu entgehen, machen in Österreich Zwischenstation und drehen einen Kriminalfilm mit anthraziter Tönung. Das Exil beginnt. Ein Fragment: Eine Dirne ist ermordet worden. Sie hatte in ihrem Beruf Karriere gemacht und verstößt einmal gegen die Regeln der Käuflichkeit, indem sie einen mittellosen Jugendfreund unterstützt. Ihr Kompagnon wittert Konkurrenz und erwürgt die Frau. Ein Unschuldiger wird verhaftet. Martha, dessen Freundin, kann ihre Vergangenheit nicht abstreifen: Sie war Prostituierte. Das soziale Stigma haftet, und der ökonomische Druck wächst. Marthas Wirtin will endlich Geld sehen. Martha, mittellos, ohne Chance auf Arbeit, bebt. Aus der Truhe muss die alte Berufskleidung hervorgeholt werden. Martha richtet sich für die Straße her. Der Zufall kommt ihr zu Hilfe. Sie hatte einen Fremden vor dem Selbstmord gerettet und ihn in einem Zimmer der Baracke untergebracht. Der Mann erkennt ihre Lage. Zahlt der Wirtin einen Schein. Martha ahnt zunächst nicht, wem sie Unterschlupf gewährt hat: dem tatsächlichen Mörder. Öl ins Feuer lässt brasilianische Ölanlagen versiegen. Delmonte, der Direktor der Ölgesellschaft, fliegt nach Europa, um mittels eines veralteten Gutachtens die Ölfelder Gewinn bringend zu verkaufen. Es gibt zwei konkurrierende potenzielle Käufergruppen: eine seriöse, die einzig auf Bestechung setzt, und eine kriminelle, die auch vor Mord nicht zurückschreckt. Delmonte kommt nie in Berlin an. Godfrey, auf der Lohnliste der zwielichtigen Interessenten, entsteigt dem Flugzeug und wird herzlich als der Mann begrüßt, der satte Gewinne aus Ölgeschäften verspricht. Godfrey nimmt Delmontes Identität an. Sein Umfeld, der traumwandlerisch-unberechenbare Pless und die ehemalige Sängerin Sybil Herford unterstützen ihn. Eine Gefahrenquelle gibt es: Ingenieur Ugron. Er erstellte einst das Gutachten und will nun den Betrug verhindern. In Berlin kulminieren die Machinationen. Gangster wechseln die Fronten, Ugron wird des Mordes bezichtigt, die Polizei sucht Orientierung, schusselige Kleinbürger geordnete Verhältnisse. Am Ende befindet sich Godfrey im Zentrum seiner Wünsche. Doch er hat zu hoch gepokert und alles verloren. Pless wird verhaftet und handelt dabei nobel. Sybil und Ugron können gemeinsam aus Berlin eine Heimat machen. Eine Dirne ist ermordet worden wurde 1999 im Nederlands Filmmuseum Amsterdam wiederaufgefunden und vom Filmarchiv Austria restauriert. Öl ins Feuer wurde im Jahr zuvor im Bundesarchiv/Filmarchiv Berlin entdeckt und im Jahr 2000 in Berlin gesichert. Beide Filme werden hier erstmals präsentiert.

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