zeitnah, weltfern 4: 2. Der große Krieg dauert

 
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Sascha-Film, Österreich 1917 DER STELLUNGSKRIEG Bilder von der Kaiserjägerdivision Produktion Sascha-Film (Wien) 35mm/1:1,33/Viragen, stumm Deutsche Zwischentitel 584 Meter, 28 Minuten (18 B/Sek.) Felix von Schmidt, Österreich 1917 KRIEGSGEFANGENLAGER UND BETRIEBE DER BAULEITUNG FELDBACH Aufgenommen unter der Leitung des Ing. Hpt. Felix von Schmidt, Bauleiter von Feldbach Operateur Feldwebel R[aimund]. Czerny 16mm/Schwarzweiß, stumm Deutsche Zwischentitel 251 Meter, 30 Minuten (18 B/Sek.) Staatliche Film-Hauptstelle, Österreich 1919 DAS KINDERELEND IN WIEN Produktion Staatliche Film-Hauptstelle (Wien) 35mm/1:1,33/Viragen, stumm Deutsche Zwischentitel 543 Meter, 26 Minuten (18 B/Sek.) «Was vor 1914 lag und was dann folgte, das sah einander gar nicht ähnlich», schreibt Max Brod, «spielte nur nominell auf derselben Erdoberfläche.» Der Erste Weltkrieg teilt im Verständnis der Menschen, die ihn in einem der kriegsführenden Länder erlebt haben, die Zeitrechnung in zwei Epochen. Schlaglichter auf den Erfahrungs- und Zeitenbruch des Ersten Weltkriegs wirft dieses Programm. Es zeigt zudem seine Auswirkungen auf die Metropole Wien. «Der Stellungskrieg.» Bilder von der Kaiserjägerdivision bemüht sich um einen sachlichen Tonfall. Die Zwischentitel geben neutral die geografischen Aufnahmeorte an der italienischen Gebirgsfront an. Soldatenleben wird in verschiedenen Jahresabschnitten gezeigt. Soziale Distinktion herrscht zu kampflosen Zeiten vor. Offiziere plaudern, benutzen ihre feinen Gehstöcke, lassen Lederstiefel putzen. Warten bestimmt den Rhythmus des Alltags. Nach Einbruch des Winters und Beginn der Kampfhandlungen verschieben sich die Koordinaten drastisch. Unübersichtlichkeit, Erschöpfung, ein Kampf gegen Natur und Feind beherrschen das Terrain. Der Gehstock hat längst seine Funktion verloren. Seine Heimat wäre der elegante Corso und nicht die schmalen, vereisten Gebirgspfade. Die abschließende Einstellung lädt symbolischen Wert: Die Kaiserjäger werden für ihre Tapferkeit mit Orden ausgezeichnet. Kriegsgefangenenlager und Betriebe der Bauleitung Feldbach berichtet vom Leben in einem Lager, in dem bereits im März des Jahres 1915 35.000 russische Kriegsgefangene untergebracht sind. Im Juli 1915 wird das Lager zu einem Spital und einer Werkstättengruppe umgestaltet. Der erste Part des Films berichtet von hygienischen Standards, vom kulturellen Ausdruck der Gefangenen, von Vorsorgemaßnahmen. Der zweite stellt Leistungen aus. Die Aufnahmen berichten von maximaler Auslastung, von einem 24-Stunden-Betrieb. Schmiede, Schlosser, Schneider, Wagner, Tischler arbeiten zusammengefasst in einzelnen Baracken. Arbeitsschritte und Produkte werden vorgestellt. Der finale Zwischentitel gibt stolz Bilanz: «Seit September 1915 wurden erzeugt und an die Front geliefert: 1.200 Polarzelte, 1000 Baracken für je 250 Mann hiezu 22.000 Loch Fenster und 4000 Türen.» Propaganda im Verbund mit Ökonomie. Der Winter 1918/19 schlägt in Wien mit großer Härte zu: Hunger und Kälte, dazu Tuberkulose und die «spanische Grippe» fordern Zehntausende Tote. Das Kinderelend in Wien gibt der Not und den Versuchen, sie zu lindern, Bilder. Er vergleicht kinematografische Aufnahmen von Zöglingen einer Wiener Volksschule aus den Jahren 1914 und 1919, zeigt die Wohnungsnot, die auch den Mittelstand erfasst hat, die Suche nach Ess- und Brennbarem, Auswirkungen von Krankheiten sowie die Anstrengungen der Gemeinde Wien und internationaler Hilfsorganisationen, das Elend zu bekämpfen. «Der Stellungskrieg.» wurde 1997 in einem Keller in Gerasdorf, Niederösterreich, aufgefunden und vom Filmarchiv Austria restauriert.

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