zeitnah, weltfern 7: 3. Wer wird die Welt verändern?

 
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Sascha-Film, Österreich 1914 LUGANO AM LUGANOSEE Produktion Sascha-Film (Wien) 35mm/1:1,33/Tonungen, Viragen, stumm Englische Zwischentitel 121 Meter, 5'30 Minuten (18 B/Sek.) Paul Fejos, Österreich 1933 SONNENSTRAHL Drehbuch Adolf Lantz Kamera Adolf Schlasy, Adolf Weith Musik Sándor von Szlatinay, Ferenc Farkas, René Sti Ton Alfred Norkus Schnitt Lothar Wolff Bauten Emil Stepanek, Heinz Fenchel Darsteller Annabella, Gustav Fröhlich, Paul Otto, Hans Marr, Walter Brandt, Annie Rosar, Jaro Fürth Produktion Fejos-Otzoup-Film (Wien) 35mm/Schwarzweiß, Ton 87 Minuten Dem Müßiggänger ist sie Luxus, dem Arbeitslosen eine Herausforderung oder Provokation: freie Zeit. Es gilt, sie verstreichen zu lassen oder zu nutzen: an den Promenaden einer eleganten, südlichen Kurstadt oder in der Imagination, auf der kleinen, sandigen Werbeinsel im Warenhaus, die in Gedanken an ferne Strände, in ein unbeschwertes Leben entführt. Ein Programm über den Umgang mit Zeit, die noch keinem Zweck unterworfen ist, und über das Potenzial des Träumens, das keine Wundergeschichten meint, sondern die wunderbare Ankunft der Gerechtigkeit. Lugano am Luganosee weckt Freude am Sehen, am Imaginieren, am Fließen der Sinne. Das Publikum ist eingeladen, eine Gegend kennen zu lernen und doch zu nichts verpflichtet. Farben bringen Empfindungen ins Spiel und unterlaufen die Folgewirksamkeit eines zeitlichen Ablaufs. Nichts Außergewöhnliches passiert, Aufmerksamkeit streut sich über den gesamten Bildraum. Die Ankunft in Lugano geschieht per Schiff. Die Kamera schwenkt vom See ans Ufer, repräsentative Hotelbauten kommen ins Bild sowie die Seepromenade, gesäumt von Bäumen. Ein Streifzug durch den Park und ein Aufbruch über das Wasser. Eine Anlegestelle, Bootsstege, die Architektur entlang der Uferstraße und glitzerndes Wasser führen aus der Stadt. Die abschließenden Einstellungen gewähren Überblick. Die Kamera verlässt mit einer Bergbahn die Ebene. Hans Schmidt und Anna Bergner lernen einander auf unkonventionelle Weise kennen. Hans hatte lange in den Schlangen der Arbeitssuchenden gestanden, die Hände in den Taschen, die Resignation aus dem Gesicht verbannt. Er hat seine Bleibe verloren. Der Weg führt ihn an einen Fluss. Auf dessen Oberfläche glitzern die Sterne. Als Hans sich vom Leben verabschiedet, springt von der Brücke eine Frau ins Wasser. Sie wird von Hans ans Ufer gerettet. Lebensmut und der Glaube an die Zukunft werden für ihn wieder greifbar: Schluss machen sei keine Lösung, es sei doch wunderbar, zu leben. Die Zukunft in der Stadt nehmen Anna und Hans gemeinsam in Angriff. Sie sind erfindungsreich und schlagen sich mit kleinen Jobs durch. Die Bemühungen um die ökonomische Absicherung unterliegen Rückschlägen. Den Widrigkeiten antworten die Verliebten auch mit dem Talent, aus dem visuellen Angebot der Stadt eine eigene Traumgrammatik zu entwickeln. Wünsche, Träume, Alltagswirklichkeit. Sonnenstrahl durchmischt ihre Ebenen. Hans und Anna gelingt es, sich langsam wirtschaftlich zu etablieren. Doch das Versprechen der Zukunft droht zu zerbrechen. Hans wird in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt, ist befristet arbeitsunfähig. Anna allein kann die notwendigen Raten nicht aufbringen. Sie verzweifelt. Die neue Wohnung liegt jedoch nicht in einem anonymen Mietshaus, sondern in einer Wohnhofanlage des Roten Wien. Solidarität hilft. Sonne und Gesichter können strahlen. Das Filmdokument Lugano am Luganosee wurde 2001 im Cinema Museum in London aufgefunden, vom Filmarchiv Austria restauriert und wird hier erstmals vorgeführt.

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