Filmkritiken

„Toy Story 5“-Filmkritik: Woody mit Bierbauch und Halbglatze

Das Leben war für sie noch nie ein Kinderspiel, obwohl sie für Kinderhände geschaffen wurden: Cowboy Woody, Buzz Lightyear und ihre Freunde drohten regelmäßig in der Abstellkammer oder gleich im Sperrmüll zu landen, haben es aber bisher immer irgendwie geschafft, doch noch im Spiel zu bleiben. Ob ihnen das auch in Teil 5  von „Toy Story“ gelingen wird? Immerhin müssen sie sich nun gegen eine neue übermächtige Konkurrenz durchsetzen, die in Form eines froschähnlichen Tablets namens Lilypad (mit der Originalstimme von Greta Lee) auftritt und das Kind Bonnie auf allerlei unerwartete Gedanken bringt. 

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Woody sehr verändert

Alle Woody-Fans müssen sich jetzt bitte zusammennehmen und sehr stark sein – der kleine Cowboy zeigt nämlich deutliche Alterserscheinungen und hat eine beginnende Glatze sowie einen Bierbauch (obwohl da eigentlich höchstens Holzwolle unter seiner Kunsthaut stecken kann). Als eigentliche Anführerin der großen Spielzeugtruppe erscheint inzwischen Jessie mit dem Sheriffs-Stern. 

Woody hingegen ist eher zur Nebenfigur geworden, seit er sich von seinen Spielzeugfreunden getrennt hat und mit der schönen Schäferin Porzellinchen in Freiheit auf einem Rummelplatz lebt, wie man seit dem Ende von „Toy Story 4“ ja weiß. Sollte er jedoch gebraucht werden, oder sich das zumindest einbilden, ist er für Jessie jederzeit abrufbereit und macht sich sofort auf den Weg zu ihr. Das taffe Cowgirl ist ohnehin schon längst auf Konfrontationskurs zu Lilypad gegangen, da sie nichts von trügerischen Likes hält und für Bonnie eine echte Freundin finden will. Bald beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen, weil es auch noch eine ganze Schwadron von High-Tech-Lightyears gibt, die unerbittlich auf ein bestimmtes Ziel zusteuern. 

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Wie geht richtig spielen?

Technische Errungenschaften haben Kinder offenbar in stubenhockende Zombies verwandelt, die nicht mehr wissen, wie man richtig spielt. „Toy Story 5“ will nun eine Versöhnungsmission in die Wege leiten und einen Ausgleich zwischen alten und neuen Spielzeugfreuden herbeiführen, nach dem Motto: Am besten ist es, wenn alle zusammenhelfen. Das gelingt teils überzeugend, teilweise schimmert diese Absicht aber allzu aufdringlich durch und die Botschaft ist sehr plakativ geraten, indem allerlei Stereotype bedient werden. Auch die Handlung ufert übermäßig aus, was daran erkennbar ist, dass oft bis zu vier parallele Erzählstränge nebeneinanderherlaufen. Viel zu sehr verlässt sich das Drehbuch obendrein auf ein allzu vertrautes Schema, das darin besteht, unsere Spielzeughelden ständig voneinander zu trennen. Immerhin wissen sie erst dadurch richtig zu schätzen, wie hilfreich die geschmähten neuen Technologien sein können, um ein Wiedersehen herbeizuführen.

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Spielzeugregen und leichte Enttäuschung 

Eines muss man den „Toy Story“-Machern zugestehen: Sie schaffen es, jede ihrer Figuren sympathisch erscheinen zu lassen. Egal ob alte Puppe oder nagelneues Tablet – die Spielzeuge sind immer um die ihnen „anvertrauten“ Kinder besorgt und treffen für deren Wohl manchmal geradezu selbstlose Entscheidungen, die sie später als voreilige Fehleinschätzungen vielleicht auch wieder bereuen.

Wenn in der Mid-Credit-Szene dann Spielzeug vom Himmel regnet, werden sogar Erwachsene glücklich und greifen begeistert zu. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Teil 5 der bisher so herzerwärmend und mitreißend erzählten Pixar-Reihe etwas weniger überzeugend ausgefallen ist.  (Und jetzt werde ich mal die KI fragen, ob sie da mit mir einer Meinung ist.)

3 ½ von 5 besonders feuchten Hauschweinschnauzen

„Toy Story 5“ ist derzeit in unseren Kinos zu sehen. Hier geht's zu den Spielzeiten!