Horror-Hit "Backrooms": Offene Fragen und Ende erklärt
Von Franco Schedl
Der atemberaubende Horrorfilm "Backrooms" des jungen Regisseurs Kane Parsons lässt uns vielleicht etwas ratlos zurück und ihr werdet euch wundern, was ihr da eigentlich gerade gesehen habt. Wir wollen versuchen, euch hier Antworten auf einige offene Fragen zu geben und natürlich das überraschende Ende erklären.
Was sind die Backrooms?
Die Backrooms sind nicht das Werk eines einzigen Menschen, sondern stellen eine physische Manifestation des kollektiven Bewusstseins dar – also sozusagen das "molekulare Gedächtnis" des Universums. Alles, was verschwindet, kann dort fehlerhaft und falsch zusammengesetzt wiederkehren, denn ähnlich wie das menschliche Gedächtnis erinnern sich die Backrooms nur bruchstückhaft und verzerrt. Die dort auftretenden Kreaturen sind keine Geister, sondern die Versuche des Raums, Menschen aus fehlerhaften Erinnerungen nachzubilden.
Was bedeutet der Horror-Pirat und was passiert mit Clark?
Für Clark (Chiwetel Ejiofor) sind die Backrooms der ideale Aufenthaltsort, weil sie ihm ein Gefühl von Kontrolle geben, das er in der Realität verloren hat. Das groteske riesige Monster "Pirate Clark" ist eine unheimliche Version des Maskottchens seines Möbelgeschäfts und stellt zugleich die physische Manifestation seiner eigenen Wut und Selbstgerechtigkeit dar. Als er von seiner Psychotherapeutin Mary (Renate Reinsve) die brutale Wahrheit erfährt, dass sie ihm nicht helfen kann und er sich in den Backrooms dauerhaft aufhalten soll, wenn es ihm dadurch besser geht, wird das Piraten-Monster richtig aktiviert und übernimmt die Kontrolle – und zwar auf schreckliche Weise, indem es Clark durch einen Biss tötet. Der Mann stirbt also letztlich nicht durch die Backrooms selbst, sondern an seiner Ablehnung, sich seinen eigenen Fehlern und Dämonen zu stellen.
Wie sind die Backrooms entstanden?
Darüber erhalten wir am Ende zumindest einen teilweisen Ausschluss in Gestalt eines Mannes namens Phil (Mark Duplass): Die zwielichtige Forschungsfirma Async stellte ursprünglich MRT-Geräte her, die den inneren Raum des Körpers und des Gehirns mittels elektromagnetischer Felder kartografieren. Bei der Untersuchung von Gehirnen stießen sie zufällig auf die Backrooms, die sich wie ein riesiges Gehirn verhalten. Seitdem versucht Async unter der Leitung von Forschern wie Phil, diese Dimension mittels Datensammlung zu verstehen, weiß bislang aber selbst noch sehr wenig darüber. Am Ende fangen sie das Mary-Wesen ein, um es zu studieren, und verhören die echte Mary.
Marys Schicksal
Aber was ist mit der echten Mary geschehen? Wurde sie nach ihrem Gespräch mit Phil tatsächlich freigelassen oder befindet sie sich doch noch in der Gewalt von Async? Diese Frage bleibt offen. Klar vor Augen geführt wurde uns hingegen, dass Marys Durchquerung der Backrooms dort deutliche Erinnerungsspuren hinterlassen hat: Ihr in Trümmer gelegtes Kindheitshaus ist dort als Kopie nun ebenso vorhanden wie eine andere Mary in Form einer dieser unheimlichen fehlerhaften menschlichen Doppelgänger.
Das heißt also: Obwohl Mary (vorerst?) entkommt, bleibt eine Version von ihr für immer in den Backrooms gefangen – so wie sich Mary an die Backrooms erinnern wird, erinnern sich nun auch die Backrooms an sie.
Dass es sich hier aber zugleich um kollektive Erinnerungen handelt, beweist ein anderer Umstand: In den Backrooms findet sich nun eine Nachbildung jenes Hauses, in dem Clarks getötetes Mitarbeiterpärchen gelebt hat und wir bekommen auch ein paar Pfosten mit aufgeklebten Vermissten-Meldungen zu sehen. Davon konnte Mary eigentlich nichts wissen, da sie bestimmt niemals bei ihnen daheim gewesen ist.
"Backrooms" ist derzeit in unseren Kinos zu sehen. Hier geht's zu den Spielzeiten!