News

Monster-Talk zu "The Bride!": Bale + Buckley erklären ihre Rollen

Maggie Gyllenhaal bietet mit ihrem neuen Film "The Bride! – Es lebe die Braut" eine kraftvolle und überraschende Neuinterpretation des Horrorklassikers "Frankensteins Braut". Dabei kann sie sich auf ein geniales Schauspieler-Duo verlassen.

Wie verwandelt man sich in Frankensteins Monster, wie geht man mit übermächtigen Vorbildern um? Was bedeutet eine Figur wie die Braut und wie versetzt man sich in diesen Charakter? Sobald sich ein Darsteller wie Christian Bale und eine Schauspielerin vom Format einer Jessie Buckley Gedanken über ihre Filmrollen machen, ist das auf jeden Fall aufschlussreich. Also hören wir ihnen einmal zu, was sie über ihre beiden Hauptrollen zu sagen haben. In den Presseunterlagen sind ausführliche Statements von ihnen enthalten, die wir euch auszugsweise nicht vorenthalten wollen.

Alle Inhalte anzeigen Alle Inhalte anzeigen

Christian Bale auf Boris Karloffs Spuren: So wird er zum Monster

Welche Inspirationen hat Bale für seine Rolle bezogen und wie ließ er sie in die Figur des Frank einfließen? Darauf hat er folgende Antwort: "Ich liebe die Herausforderung des kläglichen Scheiterns schon immer. Es gab so viele verschiedene Interpretationen von Frankensteins Monster – und in meiner Vorstellung verblassen sie alle im Vergleich zu Boris Karloff. Deshalb wollte ich ihm eine Reverenz erweisen, aber gleichzeitig Mary Shelleys ursprünglichen Ansatz einfließen lassen. Die Entscheidungen, die wir treffen, können oft recht impulsiv sein und von der jeweiligen Stimmung abhängen, aber dieses Projekt ist mir wirklich als etwas Einzigartiges und Originelles in Erinnerung geblieben, mit einer gewissen Punk-Rock-Attitüde

Mir gefiel es, Karloffs Look einzubauen.  Natürlich ohne den flachen Kopf, der mich zwar schon immer fasziniert hat - er sieht wunderbar aus -, aber wo liegt der Sinn in einem flachen Kopf, wenn er eigentlich aus exhumierten Körperteilen besteht? Ich habe all das kombiniert, um diesen Frank zu erschaffen, der eine weitaus menschlichere Interpretation darstellt, weil er schon seit über 100 Jahren existiert und sich plötzlich in der Zivilisation der 1930er Jahre wiederfindet.

Er entwickelt sich von jemandem, der in seinen jüngeren Jahren aus Unwissenheit – verlassen von seinem Vater, ohne jegliche Erziehung, mit immenser Kraft – schreckliche Taten begangen hat, hin zu einem Punkt, an dem er sich, wenn wir ihn jetzt treffen, viel Zeit genommen hat, um sich selbst das Sprechen beizubringen. Ich habe das Gefühl, dass er wahrscheinlich jahrelang im Wald saß und sich vor Reue und Schuldgefühlen ein Messer in den Kopf gerammt hat. Er taucht in Chicago auf und bittet lediglich um eine Gefährtin, weil er vor Einsamkeit stirbt – so wie, denke ich, die meisten Charaktere in diesem Film. 

Er wäre schon glücklich mit jemandem, der für den Rest ihres Lebens einfach nur neben ihm auf einem Baumstamm sitzt, schweigt und ein Stück Brot mit ihm teilt. Stattdessen bekommt er diesen Wirbelwind, diese elektrische Frau, die in göttlicher Mission unterwegs ist. Er erkennt schließlich, dass er zwar dachte, er sei am Leben, in Wirklichkeit aber nur geatmet hat – und so beginnen diese wahnsinnigen Geschichten ihrer Abenteuer."

Alle Inhalte anzeigen

Jessie Buckley macht sich Gedanken über die Braut

Auf die Frage, wer diese Figur eigentlich sei, meint Buckley: "Die Braut ist gewaltig. Sie ist neugeboren. Am Anfang weiß sie nicht genau, wo sie ist. Sie besitzt eine gewisse Hartnäckigkeit und einen scharfen Verstand, aber sie ist auch sehr verletzlich, weil ihr Informationen darüber gegeben wurden, wer sie ist, bevor sie es für sich selbst erkannt hat.

Ich denke, der Filmtitel handelt nicht davon, individuell oder auf sich allein gestellt zu sein. 'Die Braut' zu sein bedeutet, dass man in einer absoluten Beziehung zu etwas oder jemandem steht. In diesem Fall befindet sich die Braut in einer tiefen, bedeutungsvollen, kraftvollen und leidenschaftlichen Beziehung zu Frank, und sie möchte, dass diese Beziehung absolut ist.

Ich glaube, in diesem Film geht es um die Autonomie des Selbst und darum, das eigene Monster, die eigenen Schattenseiten auszubrüten, damit man in einer unbestreitbaren, vollkommenen Beziehung zueinander stehen kann. Wie viel von mir kannst du wirklich lieben? Nicht nur die Vorstellung von mir."

Und wie ist Buckley in die Braut-Rolle hineingewachsen? Dazu merkt sie an: "Es ist ein gewaltiger Prozess, einen Charakter wie die Braut zu erschaffen – besonders jemanden, der so ikonisch ist, eine Geschichte hat und bei den Menschen Erinnerungen weckt. In meinem Wohnwagen hingen Unmengen von Bildern, auf die ich während der Vorbereitung reagiert habe. Jeden Morgen ging ich hinein und dachte: 'Oh, da ist sie, und da ist sie, und da ist sie.' Es ist eine Art Verschmelzung vieler Dinge, die ich gemeinsam mit Kay Georgiou und Nadia Stacey, unserem brillanten Haar- und Make-up-Team, sowie Sandy Powell, unserer Kostümbildnerin, und Maggie erschaffen habe.

Als es dann auf die Testaufnahmen zuging, fühlte es sich richtig an. Ich schätze, es gibt beim Erschaffen von etwas immer diesen Prozess, bei dem man hofft, dass ein Mensch in der Lage sein wird, über diese ‚Maske‘ hinauszuwachsen. Es ist enorm wichtig, dass eine Person über das Geschaffene hinaus lebendig werden kann. Bei all den Elementen, die sie zusammengenäht hatten – ich meine, sie sind die Besten der Branche. Und als ich sah, wie all diese Teile zusammenkamen, dachte ich: 'Ich muss eigentlich gar nichts mehr machen. Es ist alles schon da.' " 

Das ist natürlich eine gewaltige Untertreibung. Wer sich davon überzeugen möchte, wie viel Jessie Buckley tatsächlich in ihrer Braut-Rolle "gemacht" hat, kann das derzeit in unseren Kinos tun.  Hier geht's zu den Spielzeiten!