Weltfrauentag 2026: Das bietet der ORF dazu
Von Franco Schedl
Ob Publikumslieblinge Adele Neuhauser und Birgit Minichmayr in einer Filmpremiere und einer Spieldokumentation oder Dokumentationen und Reportagen über couragierte Frauen oder Porträts von außergewöhnlichen Frauenpersönlichkeiten - der ORF-Programmschwerpunkt zum Weltfrauentag 2026 ist entsprechend reichhaltig. Wir wollen hier einen Überblick bieten, was uns rund um den 8. März 2026 auf ORF 1, ORF 2, ORF III, 3sat und ORF ON erwartet.
"Universum History", "kreuz und quer", "WELTjournal" und "WELTjournal +" und "Menschen & Mächte"
"Universum History" zeichnet in "Undercover zwischen Nazis – Der Hitlerputsch und Paula Schlier" (27. Februar, 22.35 Uhr, ORF 2) die dramatischen Erlebnisse und Verdienste dieser couragierten Frau nach. "Universum History: Ein Leben in Schutt und Asche – Trümmerfrau in Dresden" (27. Februar, 23.20 Uhr, ORF 2) gibt Einblicke in den Alltag einer Trümmerfrau, der wenig mit den glorifizierenden Klischees vom Wiederaufbau gemein hat.
Mehr als eine Million Frauen in Österreich sind älter als 60, in der Öffentlichkeit präsent sind sie – ganz im Gegensatz zu vielen Männern in dem Alter – hingegen wenig. Warum das so ist und welchen Herausforderungen sie in einer Gesellschaft begegnen, die zunehmend auf Jugend als Ideal setzt, beleuchtet die "kreuz & quer"-Neuproduktion "Nicht jung – Nicht leise" (3. März, 23.05 Uhr, ORF 2) von Anna Katharina Wohlgenannt.
In "WELTjournal: Afghanistans Frauen – das Ende der Menschenrechte" (4. März, 22.30 Uhr, ORF 2) kommen afghanische Frauen im Alter von 17 bis 70 Jahren zu Wort, die noch bessere und freiere Zeiten erlebt haben. "WELTjournal +: Frauen unter den Taliban – Funken des Widerstands" (4. März, 23.25 Uhr, ORF 2) begleitet mutige Frauen in Afghanistan, die trotz Gefahr und Unterdrückung entschlossen für Freiheit, Bildung und Selbstbestimmung eintreten.
Die "Menschen & Mächte"-Neuproduktion "Das Kino der Frauen" (11. März, 22.30 Uhr, ORF 2) von Heidi Neuburger porträtiert jene Frauen, die nach dem Zweiten Weltkrieg das Kino unter die Bevölkerung gebracht und damit auch das Tor zu einem neuen Lebensgefühl aufgemacht haben.
Adele Neuhauser und Birgit Minichmayr
Adele Neuhauser ist anlässlich des diesjährigen Weltfrauentags in drei ORF/BR-Spielfilmen des bewährten Kreativteams bestehend aus Regisseur Dirk Kummer und Drehbuchautor Uli Brée zu sehen: Nach dem Dacapo "Faltenfrei" (21. Februar, 11.00 Uhr, ORF 2) mit Neuhauser als egozentrischer Star-Autorin und Beauty-Ikone zeigt sich der Publikumsliebling im gleichnamigen Dacapo "Ungeschminkt" (4. März, 20.15 Uhr, ORF 2), wenn die Geschichte von Josefa, die früher einmal Josef hieß, und den Menschen, die sie lieben, erzählt wird. In der ORF-Premiere von "Makellos – Eine kurze Welle des Glücks" (11. März, 20.15 Uhr, ORF 2) schlüpft sie in die Rolle von Constanze, die sich in ihrer Ehe vernachlässigt fühlt und daher einen ungewöhnlichen Schritt wagt.
Birgit Minichmayr verkörpert in der ORF-Premiere von Anja Salomonowitz’ ORF-kofinanzierter Spieldokumentation "Mit einem Tiger schlafen" (15. März, 23.05 Uhr, ORF 2) die österreichische Ausnahmemalerin Maria Lassnig.
Dokumentationen, Porträts und „kulturMONTAG“-Schwerpunkt auf ORF 2
Insgesamt sieben Kulturdokumentationen sind zum Programmschwerpunkt eingeplant:
Etwa die "dokFilm"-Premiere "Miss-represented – Das Frauenbild im italienischen Fernsehen" (Sonntag, 22. Februar, 23.05 Uhr), die anhand von Archivmaterial aus acht Jahrzehnten die Geschichte der (Dar-)Stellung von Frauen in Italiens Gesellschaft sowie deren zähen sozialen Wandel beleuchtet. "Wenn Frauen Männer werden müssen – Burrneshas in Albanien" (Sonntag, 1. März, 23.05 Uhr) lautet der Titel einer weiteren "dokFilm"-Premiere, in der sechs "Burrnesha" genannte Frauen in den Bergen Nordalbaniens ihre bewegenden Lebensgeschichten erzählen.
"Proserpina – Die sexualisierte Gewalt in der Kunst" (Montag, 2. März, 23.15 Uhr) steht im Mittelpunkt der erstmals vom "kulturMONTAG" präsentierten gleichnamigen Dokumentation: Der Film thematisiert die immer wiederkehrende stilisierte Darstellung von Gewalt gegen Frauen in der Kunstgeschichte, die einen dunklen Schatten auf die Wahrnehmung von Weiblichkeit und Macht wirft.
Die "kulturMATINEE" am Weltfrauentag, Sonntag, 8. März, würdigt zwei besondere Frauenpersönlichkeiten der Klassikwelt: Zu sehen ist zunächst als ORF-Premiere "Brigitte Fassbaender – Ein Portrait der legendären Sängerin und Regisseurin" (9.05 Uhr), danach die Dokumentation "Die Dirigentin Simone Young. ‚Nennt mich nicht Maestra‘" (10.00 Uhr) anlässlich des 65. Geburtstags der australischen Künstlerin. Am Abend stellt die "dokFilm"-Premiere "Liza Minnelli, Erbin einer Hollywood-Dynastie" (23.05 Uhr) anlässlich deren 80. Geburtstags ins Rampenlicht.
"Guten Morgen Österreich" und "Studio 2" zum Weltfrauentag
"Guten Morgen Österreich" stellt in der Woche vor dem 8. März, jeweils ab 6.30 Uhr in ORF 2, erfolgreiche Frauen aus verschiedenen Bereichen vor: Am Montag ist Doris Schmidauer, Ehefrau von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, zu Gast, schildert ihr Leben als "First Lady" und erklärt, warum ihr soziales Engagement wichtig ist und welche Projekte sie unterstützt. An den folgenden Tagen werden Frauen aus Kultur, Sport und Wirtschaft über ihre Aufgaben und Herausforderungen erzählen. Am Freitag ist Barbara Blaha im Studio bei Eva Pölzl: Die Leiterin des Momentum Instituts erklärt, warum es noch immer engagierte Feministinnen wie sie braucht.
Auch "Studio 2" widmet sich ab 2. März jeweils um 17.30 Uhr in ORF 2 dem Weltfrauentag: Die italienische Sängerin Fausta Gallelli lebt seit vielen Jahren in Österreich, sie ist der Liebe wegen ins Burgenland gezogen. (2. März). Rechtsanwältin Dr. Melany Buchberger-Golabi spricht am 3. März im Studio über Arbeitsrecht, Gleichbehandlung und Lohntransparenz. In ihrem Roman "LAHEA" entwirft Lisa-Viktoria Niederberger eine Welt, in der die Frauen das Sagen haben und die Gesellschaftsstrukturen, wie wir sie kennen, völlig aufgebrochen sind. „Studio 2“ besucht die Autorin am 4. März in Linz. "Vier minus drei" ist der Film zum gleichnamigen Buch von Barbara Pachl-Eberhart, in dem sie einst den Verlust ihres Mannes und ihrer zwei Kinder durch einen Unfall verarbeitet hat. „Studio 2“ lädt die Autorin und die Schauspielerin Valerie Pachner, die sie im Film verkörpert, am 5. März ins Studio. Jaqueline Scheiber ist eine der markantesten literarischen Stimmen ihrer Generation. Die Sozialarbeiterin, Podcasterin und Feministin verbindet in ihren Büchern persönliche Erfahrung mit gesellschaftlicher Analyse und einer klaren, unverwechselbaren Sprache – sie ist ebenfalls am 6. März zu Gast im Studio.
ORF III: Spielfilme, „zeit.geschichte“-Dokus, Porträts und Konzerte
Freitag, dem 6. März, präsentiert ORF III anlässlich des Weltfrauentags einen dreiteiligen Spielfilmabend mit herausragenden Produktionen im Zeichen starker Frauenfiguren: Das Drama "Hanne" mit Iris Berben (20.15 Uhr) erzählt von Aufbruch und Selbstbestimmung einer Frau im Ausnahmezustand, gefolgt von "Einmal so wie ich will" mit Senta Berger (21.50 Uhr) über einen späten Neuanfang, und Marie Kreutzers "Der Boden unter den Füßen" (23.25 Uhr) mit Valerie Pachner.
Am Weltfrauentag selbst, Sonntag, dem 8. März., kommt eine "zeit.geschichte"-Dokumentation "Kampf der Frauen – Anfänge der Frauenbewegung in Österreich" (8.30 Uhr) über die harten Lebensrealitäten um 1900 und das Engagement von Pionierinnen wie Adelheid Popp. Eine weitere "zeit.geschichte"-Produktion erinnert an "Hella Pick – Zeitzeugin und Journalistenlegende" (9.15 Uhr), die nach ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten 1939 in Großbritannien internationale Geschichte aus nächster Nähe erlebte. Auf das einstimmende Porträt "Unsere Wiener Staatsoper" (11.00 Uhr) folgt ein besonderes Konzert zum Weltfrauentag aus dem Ersten Haus am Ring: Unter dem Titel "RISE" (11.30 Uhr) wird das Opernhaus zur Bühne für weibliche Stärke, Solidarität und Zusammenhalt.
Danach würdigt ORF III mit dem "zeit.geschichte“-Porträt "Filmlegenden – Romy Schneider" (12.55 Uhr) und "Romy – der Film" (13.40 Uhr) die österreichische Schauspielerin. Um "Eine Liebe für den Frieden – Bertha von Suttner und Alfred Nobel" (15.30 Uhr) dreht sich das anschließende gleichnamige Historiendrama mit Birgit Minichmayr.
3sat-Programm zum Weltfrauentag
3sat zeigt von Dienstag, dem 3., bis Montag, den 9. März, ein ausgewähltes Programm, darunter Dokumentationen zur Lebenswirklichkeit von Frauen und ihren Kampf um Gleichberechtigung sowie eine feministische Inszenierung der Oper "Die lustigen Weiber von Windsor" (7. März, 20.15 Uhr) aus der Volksoper Wien.
Auf dem Programm stehen:
- die "Universum History"-Produktion "Aufstand im Bordell – Frauenhandel um 1900" (3. März, 22.25 Uhr),
- die Dokus "Kampf der Frauen – Anfänge der Frauenbewegung in Österreich" (3. März, 23.15 Uhr) und "Anders krank, warum wir Frauenmedizin brauchen" (5. März, 22.55 Uhr),
- der Fernsehfilm "Käthe Kruse" (6. März, 20.15 Uhr),
- der Dokumentarfilm "Woman" (9. März, 22.25 Uhr) und "Soundcheck Österreich: Starke Stimmen, Starke Frauen – Die Show zum Weltfrauentag" aus dem Globe Wien vom März 2025 (9. März, 2.10 Uhr).