"Super Mario Galaxy Film"-Kritik: Game over? Von wegen!
Von Franco Schedl
Nintendos berühmteste Schnurrbartträger sind wieder da! Wenn Super Mario und Luigi loslegen, scheint alles möglich zu sein: Müssen sie einen weiteren verstopften Abfluss reinigen oder schon wieder das Königreich der Pilze vor einer machthungrigen Riesenschildkröte retten? Ist Bowser tatsächlich der neue alte Feind und hat er seine schwarze Seele beibehalten? Der zweite Kinofilm mit den springlebendigen Spiele-Helden gibt uns darauf eine klare Antwort.
Bowser und Sohn
Am Ende des ersten Teils war Panzerträger Bowser ja nur noch eine ungefährliche Miniausgabe seiner selbst, und so treffen wir ihn auch jetzt wieder. Gerade diese Figur wird im Lauf der 90 Filmminuten so manche unverhoffte Wandlung durchmachen, bis sie zuletzt einen recht knochigen Anblick bietet. Zumindest die Originalstimme von Jack Black bleibt ihm erhalten. Aber bevor er so richtig loslegen kann, wird erstmals sein Sohn Bowser Jr. aktiv, kidnappt eine Prinzessin (nein, es ist nicht Peach) und versucht mit seinem Raumschiff gleich ein ganzes Schloss zu rauben, was zu katastrophalen Szenen führt.
Yoshi und Rosalina
Die wichtigste Verstärkung erhält das Team Mario/Luigi durch eine legendäre Figur. Bereits in der Post-Credit-Szene des vorherigen Films war er gerade dabei, aus dem Ei zu schlüpfen und nun ist Super-Saurier Yoshi endlich da in seiner ganzen grün-weißen Pracht. Als weitere neue Figur tritt die Stern-Zauberin Rosalina in Erscheinung, um deren Befreiung sich die Handlung dreht. Gesprochen werden die beiden von Donald Glover und Brie Larson. Prinzessin Peach, die bisher nichts über ihre Vergangenheit wusste, erhält nun endlich Aufschlüsse über ihre Herkunftsgeschichte und gewinnt eine Verwandte zurück, die sie völlig vergessen hatte. Und Mario darf sich glücklich schätzen, was seine Geschmacksnerven betrifft – diesmal muss er keinen der von ihm gehassten Pilze einwerfen, um seine volle Kampfkraft zu erreichen.
Star Fox und Minions
Das versteht man unter Action: Man kann gar nicht mitzählen, wie viele Level die Handlung bereithält. In allen Filmecken und -enden wuselt es ständig vor neuen Figuren und Herausforderungen. Da gibt es bunte Sternenkinder, ein diebisches Äffchen, einen Gangster-Frosch in einem galaktischen Spielcasino oder einen verwegenen Piloten in Fuchsgestalt mit Glen Powells Stimme (und das ist keine Hommage an Star-Lord Chris Pratt, sondern an eine andere Nintendo-Gestalt, die als Star Fox seit 1993 3D-Shoot ’em ups absolviert). Aber auch Charaktere treten in Erscheinung, die man in dieser Welt gar nicht vermutet hätte. Die Animationen stammen nämlich von Illumination Studios Paris, wo auch die Minions daheim sind; und so ist es eigentlich nicht weiter verwunderlich, dass die kleinen gelben Chaoten hier Gastauftritte absolvieren.
Diesmal ist alles spektakulärer und größer ausgefallen: Die Geschichte erscheint verwickelter, die Schauplätze bunter und vielfältiger; aber auch nostalgische Game-Momente sind in ausreichender Menge vorhanden. Die bewährten Regisseure Aaron Horvath und Michael Jelenic lassen wirklich nichts unversucht, den ersten Teil zu toppen – und das gelingt ihnen spielend, weil es sich hier eben um einen echten Spiel-Film handelt.
4 von 5 grüngepunkteten Yoshi-Eiern
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