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„Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden“: Fakten und Fiktion
Die vierte Staffel von Ryan Murphys Netflix-Anthologie-Serie „Monster“ widmet sich wieder einem besonders grausamen Verbrechen und beleuchtet den historischen Kriminalfall von Lizzie Borden (Ella Beatty) näher. Im Jahr 1892 wurde die damals 32-jährige Lizzie beschuldigt, ihren Vater und ihre Stiefmutter brutal mit einem Beil ermordet zu haben. Obwohl die Beweislage erdrückend schien, wurde sie 1893 nach kurzer Beratung der Jury freigesprochen. Wie sieht die tatsächliche Faktenlage aus und welche Details hat die Netflix-Serie hinzuerfunden oder abgeändert?
Fakten und Fiktion im Fall Lizzie Borden
- Hat Lizzie ihre Eltern getötet? Offiziell wurde sie zwar freigesprochen, die Serie stellt sie jedoch als schuldig dar. Es gab damals auch andere Verdächtige wie den Onkel oder das Hausmädchen - diese hatten jedoch Alibis oder wurden entlastet. Die Beweislast, die für Lizzie als Täterin spricht, ist allerdings überwältigend: Sie verstrickte sich in ihren Aussagen in große Widersprüche und hat außerdem kurz nach den Morden ein Kleid verbrannt (angeblich wollte sie es nur entsorgen, weil es Lackfarbe abbekommen hatte).
- Beziehung zum Hausmädchen: Dass Lizzie eine geheime, romantische Beziehung zur Haushälterin Bridget („Maggie“) hatte, ist rein fiktiv und entspringt früheren Spekulationen aus Romanen.
- Wer hat die Tauben getötet? In der Serie tötet Lizzies Stiefmutter die Vögel, weil sie vom Lärm genervt ist. In der Realität war es jedoch ihr Vater, der die Tiere tötete, weil er sie für Krankheitsüberträger hielt.
- Die Rolle ihrer Schwester Emma: Emma war während der Morde nicht vor Ort. Zuerst beschuldigte sie Lizzie, unterstützte sie während des Prozesses allerdings vehement und finanzierte sogar deren Verteidigung mit dem Familienerbe.
- Namensänderung: Nach ihrem Freispruch benannte sie sich tatsächlich in Lizbeth um, weil sie der öffentlichen Aufmerksamkeit entkommen wollte. Sie und ihre Schwester lebten bis zu ihrem Tod im Jahr 1927 getrennt voneinander.
- Verbindung zu Aileen Wuornos: Die Serie schlägt eine Brücke zur berüchtigten Serienmörderin Aileen Wuornos, die 1989/90 in Florida sieben Männer tötete und 2002 dafür hingerichtet wurde. Wuornos zeigt sich hier fasziniert von Lizzie Borden, doch historisch gibt es keine direkte Verbindung zwischen den beiden Frauen.
Die acht Episoden von „Monster: Die Geschichte von Lizzie Borden“ sind auf Netflix verfügbar.