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Mel Brooks ist 100: Der Jahrhundert-Komödiant

„Spaceballs, das T-Shirt. Spaceballs, das Buch zum Ausmalen, Spaceballs, das Lunchpaket. Spaceballs, die Müsliflocken. Spaceballs, der Flammenwerfer - die Kinder stehen auf sowas.“ Seit exakt 100 Jahren ist an diesem 28. Juni der Saft nun schon mit Mel Brooks. Dass er auch nach einem Jahrhundert auf Erden noch voll in Selbigem steht, will der Komiker mit der Rückkehr einer seiner kultigsten Rollen aus einem seiner kultigsten Filme unter Beweis stellen: Merchandising-Meister Joghurt.

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Als Brooks noch Kaminsky hieß

Mel Brooks wurde unter dem Namen Melvin James Kaminsky am 28. Juni 1926 als jüngster von vier Brüdern in eine jüdische Familie in Brooklyn geboren. Die Familie seines Vaters stammte aus Danzig, die von Mutter Kate aus Kiew. Vater Kaminsky starb im Alter von 34 an einer Nierenerkrankung, der kleine Melvin war damals erst zwei Jahre alt. Den frühen Verlust des Vaters nannte Brooks später wegweisend: „Ich bin deswegen wütend auf Gott oder die Welt. Und in meiner Comedy basiert sicher vieles auf Wut und Feindseligkeit. Da ich in Williamsburg aufgewachsen bin, habe ich gelernt, diese Gefühle mit Comedy zu kaschieren, um mir Ärger zu ersparen - wie zum Beispiel einen Schlag ins Gesicht.“

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Zwischen Rhythmus und Weltkrieg

Brooks landete früh im Showgeschäft, allerdings mit einem ganz anderen Job. Ein gutes Timing war hierbei jedoch mindestens genauso wichtig wie in der Comedy: Bereits mit 14 Jahren lernte er von dem legendären Jazz-Drummer Buddy Rich (1917-1987) das Schlagzeugspielen und verdiente sein erstes Geld mit Auftritten.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Brooks nach einem Jahr des Psychologiestudiums in ein College-Sonderprogramm der US Army rekrutiert. Als Pionier entschärfte Corporal Kaminsky dann auf den Schlachtfeldern Europas Landminen. Ob er da gelernt hat, sich unerschrocken auch an explosive Themen heranzuwagen? Auf jeden Fall hatte er nach seinen erschütternden Erfahrungen an der Front auch für den Krieg nichts als Spott übrig.

Nach dem Krieg arbeitete er als Schlagzeuger und Pianist im sogenannten „Borscht Belt“, einer Ansammlung jüdisch geprägter Freizeitresorts in den Catskill Mountains nördlich von New York. Da auch ein Trompeter namens Max Kaminsky durch diese Lokale tingelte, nahm er zur Vermeidung von Verwechslungen den Künstlernamen Brooks an. Dieser leitete sich vom Mädchennamen seiner Mutter, Brookman, ab.

Der Komiker war zweimal verheiratet: 1953 heiratete er Florence Baum, mit der er drei Kinder hat. 1962 ließen sich die beiden scheiden. 1964 folgte Ehe Nummer zwei mit der Schauspielerin Anne Bancroft („Der Elefantenmensch“), die er am Set kennengelernt hatte. „Mel hatte eine tödliche Waffe: Ich habe mich wegen ihm zu Tode gelacht. Ich habe mich sofort in ihn verliebt“, erinnerte sich Bancroft in einer Brooks-Biografie. Die Ehe hatte bis zu ihrem Krebstod im Jahr 2005 Bestand und galt als eine der glücklichsten in der Entertainment-Branche. 1972 war der gemeinsame Sohn Max Brooks auf die Welt gekommen.

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Der Beginn einer Weltkarriere

Brooks' komödiantisches Talent kam durch einen Zufall ans Licht: Als in einem Nachtclub des „Borscht Belt“ eines Abends der feste Stand-up-Comedian des Lokals krankheitsbedingt ausfiel, sprang Musiker Brooks kurzerhand ein. Es war der Startschuss einer Ausnahme-Karriere, die ihn in zahlreichen Eigenschaften vor und hinter den Kulissen ins Radio, ins Fernsehen, nach Hollywood und an den Broadway führte.

Was manch einen überraschen mag: Brooks führte nur in insgesamt elf Filmen Regie und das über einen Zeitraum von knapp 27 Jahren. Sein Debütfilm „Frühling für Hitler“ erschien 1968. Der letzte „pure“ Brooks-Film, bei dem der Allrounder als Produzent, Regisseur und Darsteller mitwirkte, war „Dracula - Tot aber glücklich“ im Jahr 1995. Dazwischen zog er mit „Frankenstein Junior“ die berühmte Geschichte von Mary Shelley, mit „Helden in Strumpfhosen“ die Robin-Hood-Saga und in Form von „Die verrückte Geschichte der Welt“ sogar die gesamte Menschheitshistorie durch den Kakao. Und auch die „Star Wars“-Reihe blieb bekanntermaßen nicht verschont.

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Lord Helmchen und sein spätes Comeback

„Spaceballs“ dürfte für viele Fans Brooks' größter Klamauk-Geniestreich sein. Zumal viele Punkte der charmanten Persiflage aktueller denn je erscheinen: Etwa lautet eine große Kritik am neuen „Star Wars“-Film „The Mandalorian and Grogu“, dass den Machern die Spielzeugverkäufe ganz offensichtlich wichtiger als eine gute Story gewesen seien. Unweigerlich hört man bei solchen Reviews Meister Joghurt „Merchandising! Merchandising!“ plärren.

Auch wird selbiger am Ende von „Spaceballs“ gefragt: „Ob wir uns jemals wiedersehen?“ Seine geradezu prophetische Antwort: „Wer weiß... Wenn Gott es so will, sehen wir uns alle in 'Spaceballs 2' wieder. Auf der Suche nach noch mehr Geld.“

Besagte Moneten-Suche soll 2027 und damit exakt vier Dekaden nach dem Original tatsächlich in die Kinos kommen. „Nach 40 Jahren haben wir gefragt, was die Fans wollen. Doch stattdessen machen wir diesen Film!“, offenbarte Brooks höchstpersönlich vor rund einem Jahr. Die Regie von „Spaceballs 2“ hat er jedoch nicht mehr übernommen, sondern „Will & Harper“-Regisseur Josh Greenbaum.

Als geschäftstüchtiger Yoda-Verschnitt soll Brooks aber noch einmal zu sehen sein, er hat sicherlich wieder einige verlockende Produktangebote parat. Auch Bill Pullman als Lone Starr und Daphne Zuniga als Prinzessin Vespa sollen mit von der Partie sein. Dem Vernehmen nach kehrt für Brooks sogar Rick Moranis aus seiner gut 30 Jahre langen Schauspielrente zurück, um noch einmal Lord Helmchen zu verkörpern. Kurzum: Nicht nur der Saft ist mit Geburtstagskind Mel Brooks, seine alten Weggefährten sind es ebenso.