4 Found Footage Filmminiaturen

 A 2006
31 min.
film.at poster

In der humoristisch angelegten Found Footage-Konstruktion Selektion sieht man Männer, die Frauen bedrohen. Das Filmmaterial fand ich im Keller des ehemaligen Movie Center Wien. Auf einer 16mm-Filmrolle waren zahlreiche Trailer deutscher Sexfilme der späten 60er und frühen 70er Jahre gesammelt. (Dietmar Brehm) Peng-Peng beginnt mit einer düsteren Waldaufnahme. Die erste Szene wird von einem Mann im Profil dominiert, der einer am rechten Bildrand kaum wahrnehmbaren Frau etwas sagen will, aber immer wieder durch Blitze unterbrochen wird. Dann erhebt sich eine nackte Frau aus einem Sessel. (...) In der zweiten Szene sieht man, in frontalen Großaufnahmen, abwechselnd die Gesichter meiner zwei Found Footage-Darsteller: «Hey Joe» (aus Organics, 1999) und «Oh! Jim» (aus Verdrehte Augen, 2002). (...) Am Filmende abrupt die Waldszene des Anfangs, jetzt in strahlend schönem Wetter. Ein Flugzeug durchfliegt den blauen Himmel. (Dietmar Brehm) 1997 entdeckte ich in einer alten Filmdose im ehemaligen Movie Center Wien einen russischen 16mm-Film aus dem Zweiten Weltkrieg. Besonders gefiel mir eine 39 Sekunden lange, stark blitzende Nachtaufnahme eines Geschützfeuers. 2004 ließ ich von Ludwig Draser (Andec-Filmtechnik Berlin) diese Geschützfeuerszene, so oft Ludwig Draser wollte, zu einem Loop kopieren. Als ich das Ergebnis sah, dachte ich «Hallo», damit war der Filmtitel klar. (Dietmar Brehm) Ein Versuch über die Unruhe: Blah, Blah, Blah (nach einem Song von Iggy Pop, der Dietmar Brehm «nie besonders gefallen hat», der ihm aber gerade deswegen gefällt) enthält eine Unmenge von verschiedenartigen Aufnahmen in einer Montage, die zwischen kontemplativem Bild und rapiden Bildstürzen wechselt. Auf der Tonspur verwendet Brehm das Donnern und Regenrauschen, das von ihm gut bekannt ist. Dazu gibt es einen Taktschlag, dessen Gleichmäßigkeit das Projekt von Blah Blah Blah erst «messbar» macht. In Blah, Blah, Blah sucht Brehm seine eigene filmische Arbeit auf, nicht mit dem Gestus einer Überprüfung des Erreichten, sondern mit dem Interesse an einer beiläufigen Steigerung von deren Intensität. (Bert Rebhandl)

(Text: Viennale 2006)

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Dietmar Brehm

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