Filmkritiken
02.07.2014

ALBERNER MASTURBATIONS-HUMOR TRIFFT AUF FRANZÖSISCHE LEBENSWEISHEIT

Wer heiratet, gefährdet die Verwirklichung seiner Träume. Diese Warnung richtet der ergraute Gilbert just an seinen Schwiegersohn in spe, den Musiker Thomas. Wegen chronischer Erfolglosigkeit verdingt sich dieser in einem Inkassobüro, um den Nestbautrieb seiner Verlobten mitzufinanzieren.

Gilbert wiederum ist vom Helfersyndrom seiner Frau angewidert ( Sandrine Kiberlain als Spät-Hippie), zieht aus und stürzt sich mit Thomas in einen wilden Selbstverwirklichungs-Trip – ermutigt durch eine Weinverkostungsorgie im Supermarkt mit anschließender Kifferei. Es folgen durchzechte Partynächte, kindische (Telefon-) Scherze und schließlich ein Videodreh in Marrakesch, wodurch Thomas’ Musikkarriere endlich anspringen soll.

Anthony Marcianos Kinodebüt aus Frankreich bezieht sich auf US-Vorbilder: Alberner Humor à la Farrelly-Brüder trifft auf realitätsnahe Figurenzeichnung eines Judd Apatow. Masturbations-Gags, eine Prise Lebensweisheit und ein Gastauftritt von Iggy Pop – das ist viel auf einmal, aber nicht zu viel.