Filmkritiken
12/26/2013

AM FJORD VON DER VERGANGENHEIT EINGEHOLT

von Peter Temel

Deutschlands Kandidat für den Auslands-Oscar ist wieder einmal ein Stück deutscher Vergangenheitsbewältigung. Es geht um die perfiden Praktiken gleich zweier Unrechtsregime: Die Nazis verschleppten Kinder aus Beziehungen zwischen deutschen Soldaten und Norwegerinnen in ihre „Lebensborn“-Heime, weil sie diese als besonders „arisch“ betrachteten. In der DDR-Ära wurden viele dieser Kinder von der Stasi gleich noch einmal politisch missbraucht.

Katrine war so ein Kind, führt aber längst ein glückliches Leben in einem Haus am Fjord mit Vorzeige-Ehemann, Tochter und ihrer norwegischen Mutter. Als nach dem Fall der Berliner Mauer ein Anwalt auftaucht, der mithilfe ihrer Aussage das Unrecht aufdecken will, droht die heile Fassade zu bröckeln.

In kühlen, nordischen Farben gedreht, plustert sich „Zwei Leben“ nicht als übergroßes Geschichtsdrama auf, sondern bezieht seine Spannung aus der inneren Zerrissenheit der Hauptfigur (herausragend: Juliane Köhler). Zeitsprünge, biedere Stasi-Agenten und Thriller-Elemente machen das Finale zur Nervenprobe.

Katrine lebt ein glückliches Leben mit dem Mann ihrer Träume und liebt ihre Familie über alles. Doch niemand ahnt, dass Katrine ein folgenreiches Geheimnis hütet. Wer ist sie wirklich?