Filmkritiken
04/10/2013

BASELITZ MALEND, SÄGEND, ZWEIFELND

Er war „schwer erziehbar“ und „renitent“, betont der deutsche Malerstar Georg Baselitz mehrmals in dieser Dokumentation, die aus Anlass seines 75. Geburtstags in die Kinos kommt. Der Wilde von einst ist in diesem recht konventionell erzählten Künstler-Porträt allerdings nur in Spuren vorhanden. Eva Schels zeigt den etwas altersmilden, arrivierten Künstler, der wohl noch mit beachtlicher Kraft malt und Holzskulpturen mit der Motorsäge schnitzt, sonst aber teils selbstkritisch, teils wehmütig auf verpasste Chancen zurückblickt. Vor allem der versäumte Kontakt mit seiner Familie scheint ihn zu schmerzen. Durch diese persönliche Geschichte eröffnet der Film dann doch recht unerwartete Einblicke.

Ein aufmerksames, sehr privates und differenziertes Portrait über den Jahrhundertkünstler, dessen Leben und Werk untrennbar mit der deutschen Geschichte verknüpft sind.