Waiting Room - Wartezimmer

 Türkei 2003

Bekleme odasi

94 min.
6.60
film.at poster

Ein Regisseur hat sich von der Welt zurückgezogen - bis er eines Tages einen jungen Einbrecher in seinem Haus überrascht, in dem er den lange gesuchten Darsteller für seinen neuen Film zu erkennen glaubt.

In Bekleme Odasi ist es erstmals die Situation des Filmemachens selbst, die Demirkubuz in seiner schmerzlich genauen, minimalistischen Sicht thematisiert. Ein Regisseur hat sich von der Welt zurückgezogen, verbreitet einen Abgrund an Einsamkeit und Sprachlosigkeit um sich, zerstört seine Beziehungen, verlässt seine Frau. Bis er eines Tages einen jungen Einbrecher in seinem Haus überrascht, in dem er den lange gesuchten Darsteller für seinen neuen Film zu erkennen glaubt. Der Künstler in der Schaffenskrise, die immer auch eine existenzielle ist diesem Thema hat sich Zeki Demirkubuz in einem fast, aber eben nur fast, unangenehm intimen Film gewidmet, in dem er die Hauptrolle selbst spielt und seine höchst persönlichen Schwierigkeiten mit dem Drehbuch für eine Dostojewski-Adaption schildert: ein Projekt, das er auch in der Realität seit mehreren Jahren verfolgt. The Waiting Room ist eitel und selbstkritisch zugleich, konsequent in seiner Egozentriertheit und dabei mutig, denn Demirkubuz lässt sein (Alter) Ego buchstäblich in schlechtem Licht erscheinen. Der Schauplatz ist seine eigene Wohnung, der Cast besteht aus Freunden und Familienmitgliedern, und Demirkubuz hat den Film nicht nur geschrieben und inszeniert, sondern zeichnet auch für Kamera, Schnitt und Produktion verantwortlich. Immer wieder gibt es Momente, in denen man sich eigentlich wegdrehen möchte, so unangenehm ist man von der schlechten Laune und dem schlechten Benehmen des Filmemachers berührt; und dabei hat man Mühe zu akzeptieren, dass es sich bei The Waiting Room nicht um eine Dokumentation, sondern um einen wenn auch autobiografisch inspirierten Spielfilm handelt. Die ästhetische Strategie des radikalen Auteurs Demirkubuz besteht in der Beschränkung der Mittel auf allen Ebenen der Filmgestaltung; in The Waiting Room treibt er diese Reduktion bis zum äußersten Minimalismus. (Daniela Sannwald)

(Text: Viennale 2004)

Details

Zeki Demirkubuz (Ahmet), Nurhayat Kavrak (Elif), Nilüfer Açikalin (Serap), Serdar Orçin (Kerem), Ufuk Bayraktar (Ferit)
Zeki Demirkubuz
Zeki Demirkubuz
Zeki Demirkubuz

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