Best of Pornfilmfestival Berlin

2016

Min.92

ab18+

In seiner 11. Auflage zelebrierte das Pornfilmfestival Berlin Ende Oktober 2016 erneut ein fulminantes Festival rund um Sexualität, sexuelle Identitäten und Präferenzen, Genderfragen und politische Dimensionen rund um die Darstellung von Sexualität auf der Leinwand. In einem „Best-of“-Kurzfilmprogramm präsentiert Mit-Organisatorin Manuela Kay – wie schon im letzten Jahr bei TRANSITION – eine Auswahl von Filmen, die exemplarisch für die Bandbreite des Pornfilmfestivals stehen. Speziell für diesen Abend kuratiert werden überwiegend Filme mit queerem Fokus gezeigt, die mal humorvoll, mal ernsthaft-ambitioniert mit dem Thema Sex umgehen. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf Filmen aus Berlin und auf Filmen, die von Frauen gemacht wurden.
In „Folsom St.“ wird der mitunter etwas verbissenen schwulen Fetischszene humorvoll tanzend begegnet. In dem Kurzfilm „Etage X“ (eine Produktion der Filmhochschule dffb) treffen zwei reife Frauen in einem Fahrstuhl aufeinander und geraten in eine überraschende, lustvolle Situation. „Hanna + die Ketaboys“ zeigt Berlin, so wie wir es uns vorstellen: Sex & Drugs & Rock ’n’ Roll! Ebenfalls aus Berlin kommt „Plexus“, ein Film, der geschickt Fetisch, Ästhetik und heißen Sex miteinander verbindet. „100 Boyfriends Mixtape“ ist eine frivole schwule Kurzkomödie um schwulen Sex und zu viele Lover. „Wild Lovers“, ebenfalls aus den USA, zeigt Queer-Superpornstar Jiz Lee in schöner Naturkulisse bei allem, was Spaß macht. Im spanischen „Scum“ wird endlich das ultimative lesbische Sexspielzeug gewürdigt: die Flex! In eine typische Klappe – also eine öffentliche Toilette, die hauptsächlich als Treffpunkt für schwulen Sex dient – in Japan führt uns „Touch of the Other“, der auch Gewalt gegen Schwule thematisiert. Ganz queer-feministisch-künstlerisch endet das Programm mit einer neuen Form von „Hausfrauenfilm“ aus Deutschland: „Something, Something Home“.
Immer wieder ein Experiment ist es, schwule und lesbische Filme über Sex in einem Programm zu mischen. Doch mit zunehmender Offenheit eines LGBTIQ-Publikums für das vermeintlich „Unbekannte“ wird mit diesem Programm verdeutlicht, was auch der Ansatz des Pornfilmfestivals ist: Jede Form von Sexualität hat es verdient, auch von denen, deren Geschmack nicht getroffen wird, anerkannt und im besten Falle neugierig und wohlwollend betrachtet zu werden.

Die Filme:

Folsom St.
von Aron Kantor, USA 2015, int. OV, 5 Min.

Etage X
von Francy Fabritz, Deutschland 2016, dt. OV m. engl. UT, 14 Min.

Hannah + die Ketaboys
von Theo Meow, D 2016, dt. OV m. engl. UT, 18 Min.

Plexus
von Ben Berlin, Deutschland 2016, int. OV, 10 Min.

100 Boyfriends Mixtape
von Brontez Purnell, USA 2016, engl. OV,14 Min.

Wild Lovers
von Isabel Dresler, USA 2015, engl. OV, 5 Min.

Scum
von Adriana F. & Eva Luque (Abertura Vaginal), Spanien 2016, int. OV, 5 Min.

Touch of the Other
von Imaizumi Koichi, Japan 2016, jap. OV m. engl. UT, 16 Min.

Something, Something Home
von Marlene Denningmann, Deutschland 2016, engl. OV, 5 Min.

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