Chung Kuo Cina 2

 Italien 1972
film.at poster

Im Zentrum des Reichs der Mitte, am Tienanmenplatz, beginnt Antonioni seine Dokumentation, um sich dann immer weiter an die Peripherie zu begeben. "Ich bin nicht nach China gegangen", so Antonioni später, "um es zu erklären, sondern um es zu sehen." Sein Interesse gilt vor allem vermeintlich Nebensächlichem, dem Detail, in dem sich eine Ahnung des Größeren spiegelt. Zugleich überkommt ihn die Erinnerung an die ferne Heimat: Beim Anblick der Nudeln stellt er (nicht ohne komische Resignation) fest, daß sogar sie von den Chinesen erfunden wurden, im Yangtsekiang-Delta, "groß wie ein Ozean", schimmert eine Idee von der Po-Ebene. Nach der Fertigstellung distanziert sich die chinesische Regierung von Chung Kuo Cina: Als hätte man von Antonioni einen Repräsentationsfilm erwarten können, der von Ordnung und Fleiß der Masse kündet, wo sein Interesse schon immer den Auswirkungen aufs Individuum galt. Das im frappierenden Finale allerdings völlig fehlt. Stattdessen: Eine Aufführung. Traditionelles Puppentheater. (Filmmuseum)

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Michelangelo Antonioni
Luciano Berio
Luciano Tovoli;
Antonioni, Andréa Barbato;

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