Filmkritiken
12/10/2014

DER UNTALENTIERTESTE KILLER DER FILMGESCHICHTE

Im Auto schlafen, aus der Mülltonne essen, in fremden Häusern heimlich ein Bad nehmen. Der zerrupfte Bartträger namens Dwight sieht aus wie ein Philosophie-Studienabbrecher in der Obdachlosigkeit. Erst langsam klären sich die Umstände seiner Verwahrlosung: Vor Jahren wurden seine Eltern getötet, nun wartet er darauf, den Mörder zu bestrafen. Als dieser aus dem Gefängnis entlassen wird, setzt Dwight – wahrscheinlich der untalentierteste Killer der Filmgeschichte – einen blutrünstigen Rachefeldzug in Gang.

Jeremy Saulnier, Kameramann von Regisseur Matt Porterfield, überrascht mit der handwerklichen und atmosphärischen Sicherheit seines exzentrischen Low-Budget-Rache-Thrillers, der sich elegant zwischen Indie-Film und Hollywood-Genre-Parodie bewegt. Erst gegen Ende hin ertrinkt die zunehmend mechanisch ablaufende Story im Blutbad.

"Blue Ruin" ist eines der seltenen Kinowunder unserer Zeit, das Filmfans nicht auf der großen Leinwand verpassen sollten.