Filmkritiken
15.05.2013

DER ZUSCHAUER ALS 13. GEISEL

Ein Poltern an der Hoteltür, vermummte Männer mit Waffen im Zimmer: Zwölf Gäste eines Hotels auf der Ferieninsel Palawan werden von Mitgliedern der muslimischen Abu-Sayyaf-Gruppe gewaltsam verschleppt und als Geiseln genommen. Es folgt ein monatelanges Martyrium im philippinischen Dschungel, ein Kampf gegen die Repressalien der Kidnapper und gegen die Härten der Natur. Einige überleben ihn nicht.

Basierend auf einer wahren Begebenheit – der Dos-Palmas-Entführung im Jahr 2001 – inszeniert der philippinische Starregisseur Brillante Mendoza eine Tour de force durch den Dschungel, die – mit wackeliger Handkamera gefilmt – so hautnah ist, dass sie weh tut. Mendoza, der bekannt ist für seine schmerzlich präzise Dokumentationsarbeit, bringt hier nicht nur seine Darsteller, sondern auch die Zuschauer an ihre Grenzen, nimmt sie quasi auch in Geiselhaft.

Als perfekte Komplizin Mendozas erweist sich Isabelle Huppert, die eine der Geiseln spielt und noch nie so authentisch und pur zu sehen war. Harte Kost, aber durchaus sehenswert.