Filmkritiken
11/07/2013

DEUTSCHER REBELL IM FRANZÖSISCHEN GEBIRGE

von Alexandra Seibel

Einer der rechtschaffensten und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit, so nannte Heinrich von Kleist den Pferdehändler Michael Kohlhaas, den querulantischen Helden seiner Novelle von 1810. Weil man ihm Unrecht tat und er keine Gerechtigkeit erfuhr, griff Kohlhaas zur Selbstjustiz und brannte ganze Städte nieder. Regisseur Arnaud des Pallières verpflanzte die deutsche Geschichte in eine Gebirgslandschaft Frankreichs und fügte ihr das charismatische Gesicht von Dänen-Star Mads Mikkelsen („Die Jagd“) hinzu. Mikkelsen spielt den geprellten Rosshändler mit unpsychologischer Schönheit inmitten einer brutalen Feudalherrschaft. Effektvoll ruft Pallières die raue Landschaft mit Wind, Licht und Tönen auf, um die Materialität der furiosen Ereignisse greifbar zu machen.

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Michael Kohlhaas basiert auf der gleichnamigen Novelle von Heinrich Kleist und erzählt die wahre Geschichte über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der in der Mitte des 16. Jahrhunderts zu einem Synonym für Selbstjustiz wird.