Filmkritiken
22.07.2015

DIE A- + B-SEITE DES LEHRERDASEINS

Ist es jemals zu spät für einen Neuanfang? Diese Frage stellt der Film " Becks letzter Sommer" nach dem gleichnamigen Romandebüt von Benedict Wells. Der 24-jährige Autor beschrieb darin die Sinnkrise eines 37-jährigen Lehrers, der lieber Rockmusiker wäre. Ihn spielt der Moderator und Entertainer Christian Ulmen. Als Lehrer Beck quält er sich Tag für Tag in die Schule, wo er auf den jungen Litauer Rauli (Nahuel Pérez Biscayart) trifft.

Rauli ist zwar als Schüler eine Niete, dafür aber als Musiker große Klasse. Nicht ganz uneigennützig hilft ihm Beck bei der Karriere, um damit selbst wieder in der Musikszene Fuß zu fassen. Davon handelt die erste Hälfte des Films – im Musikerjargon wie bei einer Vinylplatte als "A-Seite" betitelt.

Die "B-Seite" erzählt von Becks Reise nach Istanbul, gemeinsam mit seinem drogensüchtigen Freund Charlie ( Eugene Boateng) und Rauli. Wie so oft, fällt auch hier die B-Seite ab. Man soll seine Träume leben, ertönt es da. Was nicht nur klischeehaft klingt, sondern es auch ist.

KURIER-Wertung: ***