Filmkritiken
18.11.2015

Letzte Bogenschüsse zum Finale

Der letzte Teil, der in zwei Abschnitte halbiert wurde, kämpft anfänglich mit seinem Erzählrhythmus. Zwar steuert alles auf ein tödliches Gipfeltreffen zwischen der Rebellin Katniss Everdeen ( Jennifer Lawrence) und dem tyrannischen Präsidenten Snow (Donald Sutherland) zu. Doch bis dahin bedarf es eines längeren Anlaufs. Die Action nimmt erst so richtig an Fahrt auf, nachdem sich die Verfolgungsjagden unter die Erde verlegen. Katniss und ihr Team – darunter auch Katniss’ Freund Peeta (Josh Hutcherson) – irren durch gekachelte Gänge, die an die Berliner U-Bahn erinnern – was vielleicht daran liegt, dass in Potsdam gedreht wurde. Sie waten durch Kanäle und werden von Frosch-Aliens attackiert – eine der intensivsten Horror-Szenen des Films. Dass die Revolution ihre Kinder frisst, wird in einem intelligenten Twist verhandelt. Viel weniger intelligent ist ein Blick in die Zukunft, in der es aussieht wie in den 50er-Jahren und Ex-Kämpferinnen als brave Mütter ihren Frieden finden.