Die blinde Eule

A, 1978

Film

Ein vergessenes Hauptwerk eines bestenfalls halb, als Faktum mehr denn als Gefühl oder Gehalt, erinnerten Meisters, Mansur Madavi.

Min.94

Der Titel legt nahe, dass er den Klassiker der existenzialistischen Literatur seines Geburtslandes hier adaptierte, realiter aber übernahm er bloß dessen narrative Strategien, gewisse Grundzüge, Muster. Ein Schriftsteller versucht, das triste Schicksal eines Heimmädchens zu rekonstruieren und verliert sich dabei in seinen eigenen Sehnsüchten und Ängsten - wann die Recherche zur Flucht, der kühle Nebel alter Abende zum Opiat wird, bleibt ungewiss. Die Bilder sind tief herbstlich und sehr künstlich und wahnsinnig schön in ihrer Abgezirkeltheit, die Darsteller sprechen, als wären sie wer anders, Szenen kommen wieder und wieder und bedeuten immer mehr und darin wieder anderes: Kino als Kunst des Ornaments, zwischen Miniaturenmalerei, Memory und Comic.

(Filmarchiv Austria)

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