Filmkritiken
31.03.2015

DURCHDREHENDE REIFEN BEI IRRWITZIGER AUTO-ACTION

Die Bleifußfetischist(inn)en rund um Dominic Toretto müssen sich diesmal gegen einen schwer motorisierten (und auch schwer bewaffneten) Jason Statham zur Wehr setzen, der ihnen schon am Abspann-Ende von Teil 6 publikumswirksam Rache geschworen hat. Es ist eine wahre Freude, den coolen Briten endlich einmal als hemmungslos Böse zu erleben. Unsere Motorkraftlackeln denken offenbar so ähnlich und liefern sich mit dem Fiesling in über zwei Filmstunden auf üblich brachiale Weise hingebungsvoll ein PS-starkes Duell, wobei Regisseur James Wan („Saw“, „Conjuring“) mit diesem Teil seinen Einstand in dem bolidenstolzen und benzingesättigten Umfeld gibt. Die sogenannte „Familien“-Mitglieder trotzen bei den vielen Verfolgungsjagden dank Fliehkraft den Gesetzen der Gravitation und gehen mit Vorliebe in die Luft: aus Bequemlichkeitsgründen springen sie z.B. gleich in ihren Autos sitzend aus einem Flugzeug (was vermutlich etwas teurere Fallschirmkosten verursacht) oder katapultieren sich im ungefähr 50. Stockwerk durchs Hochhausfenster von einem Wolkenkratzer zum andern.

Dennoch stimmt es nicht, dass man hier statt Schauspielern eigentlich nur Automarken aufzählen müsste, um dem Film gerecht zu werden. Immerhin ist Teil 7 vor allem eines: eine inoffizielle Gedächtnisveranstaltung für ein wichtiges Teammitglied. Diesmal heißt es nämlich Abschied nehmen von Paul Walker, den es leider schon im November 2013 in einer Drehpause auf dem Weg zu einer Wohltätigkeitsveranstaltung endgültig aus der Kurve getragen hat. Obwohl das in der F&F-Welt eigentlich kein ernsthafter Hinderungsgrund ist – schließlich durfte doch im vorherigen Teil Michelle Rodriguez Wiederauferstehung feiern, nachdem ihre Filmfigur in Teil 5 angeblich gestorben war und diese ungute Erfahrung immerhin bloß mit Gedächtnisverlust überstanden hat. Bei Walker ist so ein Kunststück nicht möglich, aber zumindest konnte dank CGI und Stunt-Doubles auch sein posthumes Mitwirken an dieser Produktion garantiert werden, und es ist wirklich nicht feststellbar, in welchen Szenen er nun tatsächlich noch selber vor der Kamera gestanden hat, ehe ihn das tragische Schicksal ereilte. 7 von 10 Drehzahlen.