EIN AUSGEBRANNTER BRENNER IM DUNKELSTEN GRAZ

Das Drehbuch entstand erneut in Gemeinschaftsarbeit zwischen Hader/Murnberger/Haas, wobei das Grundmuster der Romanvorlage wieder beibehalten, aber doch erheblich modifiziert wurde. Wie schon in "Der Knochenmann“ hat man die Krimistruktur aufgebrochen: das Publikum weiß von vornherein über die Täter oder Täterinnen Bescheid und soll durch kein detektivisches Mitraten von der Handlung abgelenkt werden; stattdessen kann es sich ganz auf die dramatische Entwicklung der Charaktere konzentrieren.

Zu den namhaften Gaststars zählen diesmal neben dem genialen Tobias Moretti ein leider viel zu kurz präsenter Roland Düringer sowie die fragile Nora von Waldstätten in einer sehr komplexen Rolle und die immer sehenswerte Margarethe Tiesel als ihre Filmmutter (nur für Simon Schwarz als Berti bleibt in dieser Geschichte kein Platz).

Fast alle Figuren sind körperlich und seelisch hart angeschlagen und leben eher in der Vergangenheit der 70er Jahre als im 21. Jahrhundert. Darum herrscht hier irgendwie auch Abschiedsstimmung und man kann sich gar nicht vorstellen, dass die Reihe um den unaufhaltsamen Abstieg des Antihelden nach diesem Film noch fortsetzen wird, denn tiefer kann Brenner ja kaum noch sinken – zumindest wünscht man es ihm nicht. Und besser könnte es auch kaum werden: Wolfgang Murnberger und seine Komplizen im Filmgeschäft haben mittlerweile die höchste Perfektion im Visualisieren von Brenners Welt erreicht.

9 von 10 blutigen Passierstäben.

Das ewige Leben

Das ewige Leben

A 2015
Komödie, Thriller, Krimi
05.03.2015
Wolfgang Murnberger
Nach den drei sehr erfolgreichen und gefeierten Brenner-Verfilmungen "Komm, süßer Tod" (2000), "Silentium!" (2004) und "Der Knochenmann" (2009) wird die schwarz-humorige Kultfilmreihe fortgesetzt...
7.50

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