Filmkritiken
09.04.2014

EIN DOPPELTER NIAVARANI IM ACTION-TUMULT

Michael Niavarani spielt nicht an sondern mit sich selber herum, indem er nach „Salami Aleikum“ seine Zusammenarbeit mit dem iranisch-stämmigen Regisseur Ali Samadi Ahadi in einer Doppelrolle fortsetzt: diesmal wird alles äußerst kriminell und terroristisch, denn als Vorbilder haben diverse klassische Agentenkomödien gedient. Einerseits kiekst sich der Komödiant in Gestalt eines weltweit gesuchten Profikillers durch die tumultuöse Handlung - der harte Kerl hat nämlich nervöse Stimmprobleme; andererseits stellt Niavarani einen unbedarften Schussel dar, der dem Bösewicht wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Er wird auch prompt mit ihm verwechselt und zu einem gefährlichen Auftrag nach Casablanca beordert, wo das pausenlose Herumgehampel erst so richtig beginnt.

Als deutscher Comedy-Sidekick rückt ihm dabei Christoph Maria Herbst auf den Leib, da er einen CIA-Mann spielt, dessen professionelles Interesse an dem Terroristen durch eine sehr private Neigung getrübt wird. Der Killer kann dann auch noch dank der hantigen Ehefrau seines Doppelgängers eine masochistische Neigung voll ausleben, während eine Auftragsmörderin den harmlosen Geräuschdesigner becirct – und natürlich geht während all dieser erotischen Turbulenzen das überdrehte Gerangel permanent weiter, wodurch sich relativ rasch ein gewisser Ermüdungs- und Leerlaufeffekt einstellt (daran ändern selbst ein paar eingestreute Bin Laden-Schmähs wenig).

Eingefleischte Niavarani-Fans werden möglicherweise dennoch Gefallen an dem Film finden; alle anderen, die – trotz größter Bereitschaft, sich gut unterhalten zu lassen - objektiv an die Sache herangehen, würden dieser „Mamba“ als Wertung eher wohlausgewogene 5 von 10 Schlangenbissen zuerkennen (zu viele davon wären sowieso gesundheitsschädlich).