Filmkritiken
01.07.2015

EIN FILM ZEIGT SEINE EIGENE VORGESCHICHTE

Vlado Priborsky hatte einen Traum wie viele andere Buben auch: Einen richtigen Film zu drehen. Mit 26 erfolgte aber die Diagnose: Krebs. Nachdem er diesen überwunden hat, stirbt sein Kind nach einer Frühgeburt. Den Antrieb, als Hobbyregisseur zu arbeiten, verstärken diese Rückschläge aber nur noch. Der gebürtige Tscheche dreht Kurzfilme, fast ohne Budget, mit Beleuchtung aus dem Diskontmarkt.

Mit vierzig Jahren hat Priborsky nun seinen Traum vom langen Spielfilm verwirklicht. "Blockbuster" hat, trotz des knalligen Titels, nichts Bombastisches. Als Spielfilmdoku zeigt der Film seine eigene Entstehung: Über Crowdfunding konnte Priborsky gerade mal 20.000 Euro zusammenkratzen, Förderungen bekam er nicht. Durch das Vorhaben, die Einnahmen dem St. Anna Kinderspital zu spenden, konnte aber eine prominente Schauspielerriege zum Nulltarif gewonnen werden: Ursula Strauss als behandelnde Ärztin, Reinhard Nowak, Sabrina Reiter, Manuel Rubey, Franz Buchrieser, Alexander Pschill, Thomas Stipsits und viele andere. Priborsky selbst wird vom Newcomer Wolfgang Rauh dargestellt.

Wenngleich "Blockbuster" teils wie ein abendfüllendes Bewerbungsvideo anmutet, wirken Ambition und Charme des Projekts höchst ansteckend.