Filmkritiken
04/08/2015

EIN LÄNGERES CASTING-VIDEO

Als Jennifer Aniston für ihre Rolle als Schmerzpatientin in "Cake" nicht Oscar-nominiert wurde, regten sich einige Leute darüber auf. Hatte doch der Ex-"Friends"-Star so überzeugend seine dramatischen Schauspiel-Qualitäten zur Schau gestellt und hingebungsvoll gelitten, geweint und geschrien.

Tatsächlich könnte man " Cake" als längeres Casting-Video durchgehen lassen – mit Schwerpunkt auf Drama. Dabei ist Aniston auch eine Meisterin des Sarkasmus: Diese Fähigkeit beweist sie gleich in der ersten Szene, wo sie aufgrund einer unangebrachten Äußerung aus einer Selbsthilfegruppe fliegt. Dabei könnte sie Hilfe gut gebrauchen. Ihr Gesicht ist vernarbt, ihre steifen Bewegungen erinnern an Herman Munster, Freunde hat sie keine. Wie es zu diesem tragischen Schicksal kam, enthüllt sich im Verlauf einer abstrusen Geschichte, in der sich Aniston mit dem Geist einer Selbstmörderin (Anna Kendrick) unterhält und deren hinterbliebene Familie heimsucht. Nur für eiserne Aniston-Fans geeignet.

Daniel Barnz inszeniert ein bewegendes Drame mit Jennifer Aniston in der Hauptrolle!