Filmkritiken
06.05.2015

EIN ZWEITEILER AUS DER SKURRILEN PROVINZ

Als sich ausgerechnet Bruno Dumont, französischer Hohepriester existenzieller Menschheitsdramen, als Spaßvogel outete, sorgte dies letztes Jahr in Cannes für Aufsehen. Mit seiner skurrilen Krimi-Mini-Serie aus der französischen Provinz nahe Calais war kaum zu rechnen. Schon die Landbevölkerung besetzte Dumont mit derartig schrägen Gestalten, dass man sich über deren oft meschugges Verhalten nicht weiter zu wundern brauchte. Gleich zu Beginn wird eine tote Kuh gefunden. Und in der toten Kuh die Leichenteile einer Frau. Die Kuh wird obduziert; danach erinnert sie an eine Nitsch-Aktion. Der untersuchende Kommissar, ein französischer Verwandter von Groucho Marx, ist empört und winkt wild mit den buschigen Augenbrauen. Sein Kollege zitiert Zola: "Die Bestie im Menschen".

Dumont erzählt aus der Perspektive eines rabiaten Buben, der Titelfigur "P’tit Quinquin". Allein, wie dieser in der Kirche mit dem Weihrauch wachelt, während sich der Herr Pfarrer in Lachkrämpfen windet, ist schwer zu überbieten.