EINE GEISTERHAFTE LIEBE

Allen spielt gewitzt mit der Erwartungshaltung seiner Zuschauer und bringt es fertig, uns allmählich tatsächlich ans Übersinnliche glauben zu lassen. Ob die junge Sophie nun tatsächlich mit dem Jenseits im Bund ist, bleibe hier dahingestellt. Emma Stone fällt jedenfalls gekonnt in Trance und beschwört bei Séancen professionell die Seelen von Verstorbenen herbei, während ihr Gegenspieler Colin Firth in der Maske eines Chinesen zum Beispiel einen ganzen Elefanten von einer Berliner Varieté-Bühne des Jahres 1928 verschwinden lässt (womit endlich geklärt wäre, von wem David Copperfield seine spektakulären Tricks geklaut hat).

Zuletzt muss Stanley erkennen, dass auch ein Mann, der mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen zu stehen glaubt, vor dem Zauber jener unvorhersehbaren magischen Macht namens Liebe nicht gefeit ist. Mit dieser Botschaft entlässt uns der unheilbare Romantiker Woody Allen diesmal aus dem Kino, nachdem er ein herzerwärmendes, harmlos unbeschwertes und auf nette Weise altmodisches Filmvergnügen mit Mode und Musik der 20er Jahre in Szene gesetzt hat. 8 von 10 geisterhaften Klopfzeichen.

(francio schedl)
Magic in the Moonlight

Magic in the Moonlight

USA 2014
Komödie
04.12.2014
Woody Allen
In dieser romantischen Komödie versucht ein berühmter Zauberkünstler (Colin Firth) eine Hellseherin (Emma Stone) als Betrügerin zu entlarven.
6.60

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