Filmkritiken
29.01.2014

EINE RASSISMUS-GESCHICHTE, DIE NIEMANDEM WEHTUT

Langweilig wäre wohl das letzte Attribut, das einem zu dem Leben des berühmten Befreiungskämpfers und späteren Staatspräsidenten von Südafrika, Nelson Mandela, einfallen würde. Doch in diesem völlig Handschrift- losen, auf Hochglanz polierten und bis zum Abwinken konventionellem Bio-Pic geschieht genau das: Ein bewegtes, komplexes, womöglich kontroversielles Leben verflacht zu einer Klischee-verliebten Pathos-Story, die niemandem wehtut. Zwar spielt Idris Elba seinen Mandela mit der Durchschlagskraft eines exzellenten Schauspielers. Doch bei einem glattgebügelten Drehbuch, in dem Apartheid als gediegener Straßenkampf daherkommt und Rassismus als wohltemperierte Ungerechtigkeit, kann er keinen Eindruck hinterlassen. Das Politische verflüchtigt sich hier ins Private – das größte Drama des Films erzählt vom Unfalltod von Mandelas Sohn.

Gehorsam buchstabiert Justin Chadwick die wichtigsten Lebensstationen herunter – vom ersten Polit-Engagement bis zu den Jahrzehnten im Gefängnis. Aber keine Sorge: Auch dort bleibt es immer erbaulich.