Elfriede Jelinek

 A 1970
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Kontakt / 22.11.1970 Kontakt war ein Magazin der Jugendredaktion des ORF, das 1968 startete. Es widmete sich kaum den vermeintlichen «special interests» junger Menschen – Musik oder «Jugendkultur» –, sondern vor allem gesellschaftspolitischen Themen, zum Beispiel der Emanzipation, der Jugend im Dorf, den Menschen im Altersheim oder den türkischen Gastarbeitern und Gastarbeiterinnen, um nur einige zu nennen ... Die Revolution, die in Österreich weit gehend ausgeblieben war, gärte in den Kontakt-Beiträgen vor sich hin – und manchmal kam etwas zum Ausbruch: Empörung, ein Skandal. Der damalige Generalintendant des ORF, Gerd Bacher, glaubte an Kontakt eine «linksextremistische, antidemokratische Tendenz» festmachen zu können, eine Argumentation, der auch Programmdirektor Helmut Zilk folgte. Der Beitrag über Elfriede Jelinek, die eben ihren ersten Roman «wir sind lockvögel baby!» veröffentlicht hatte, präsentiert die Schriftstellerin als Intellektuelle: Sie liest, sie spielt Orgel, sie diskutiert mit anderen Philosophiestudenten (darunter Robert Schindel), sie redet über die Revolution und ihre Position in der Gesellschaft. Das daran übergangslos anschließende Interview mit der österreichischen Nähprinzessin – dem Prinzip einer Kontrast- oder Konfrontationsmontage folgend – kann als eine dem Objektivitätsgebot gehorchende Pflichtübung und zugleich als politisches Statement interpretiert werden. (ssz)

(Text: Viennale 2005)

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