Elle s'appelle Sabine

 F 2007
26.09.2008 85 min.
7.60
Elle s'appelle Sabine

Sandrine Bonnaire hat ein einfühlsames Porträt über ihre Schwester gedreht, die seit ihrer Kindheit an Autismus leidet.

Mit Elle s'appelle Sabine hat die französische Schauspielerin Sandrine Bonnaire ein einfühlsames Porträt über ihre Schwester gedreht, die seit ihrer Kindheit an Autismus leidet. Sandrine besucht die 38-jährige Sabine im Pflegeheim, wo sie nach einem fünfjährigen Aufenthalt in einem psychiatrischen Spital endlich einen passenden Platz gefunden hat. Diese Bilder, die sie durch den Alltag begleiten, werden immer wieder von alten Familienaufnahmen unterbrochen, die eine andere, frühere Sabine zeigen: Momente des Glücks, aber auch der Ungewissheit. «Was bedeutet Liebe für dich?», fragt Sandrine Bonnaire einmal gegen Ende des Films ihre Schwester, und diese antwortet mit einfachen Worten: «Sie macht mich glücklich.» Die Liebe, die Sabine entgegen gebracht wird, kann man in diesem Film deutlich spüren, auch wenn die filmende Schwester nur selten vor die Kamera tritt. Immer wieder stellt Sabine die Frage, wann denn der nächste Besuch anstünde und ob der jetzige noch andauern würde. Dabei ist Elle s'appelle Sabine zugleich ein mutiger Film, der auch ein großes Stück vom privaten Leben der populären Schauspielerin preisgibt. Immer wenn die alten Familienbilder die Aufnahmen aus dem Pflegeheim unterbrechen, erzählt Sandrine ein kleines Stück Familiengeschichte, von den ersten Anzeichen der Krankheit, dem «auffälligen» Verhalten Sabines in der Schule bis zu den - auch erfolglosen - Versuchen, Hilfe zu bieten. Der Spitalsaufenthalt hat deutliche Spuren hinterlassen und, wie die Mutter eines Epileptikers aus dem Heim meint: «Die Schuld bleibt dir ein Leben lang. Auch wenn du weißt, dass du unschuldig bist.» Sabines größter Wunsch war es, nach Amerika zu reisen, und als dies noch möglich war, flogen die beiden Schwestern tatsächlich nach New York - mit der Concorde. Diese Bilder sind vielleicht die schönsten des gesamten Films, aber sie sind auch die traurigsten. Am Ende möchte Sabine die Aufnahmen noch einmal sehen. Ob sie ausschalten solle, fragt Sandrine. Nein, es seien Tränen Glücks, antwortet Sabine.

(Text: Viennale 2007)

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Sandrine Bonnaire
Sandrine Bonnaire, Catherine Chabrol
Sandrine Bonnaire
Stadtkino Filmverleih

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