ER LÄUFT ... UND LÄUFT ... UND LÄUFT

Hallervorden wollte seit jeher als ernstzunehmender Schauspieler anerkannt werden und konnte dabei auf Filme wie „Das Millionenspiel“ (1970) oder „Der Springteufel“ (1974) verweisen, in denen er nicht als nonstop Nonsens liefernder Spaßvogel zu sehen war. Aber erst in seinem höheren Alter scheint sich tatsächlich herumgesprochen zu haben, dass ihm auch ernsthafte Rollen liegen. „Sein letztes Rennen“ bietet den besten Beweis dafür: als schalkhaft eigensinniger Läufer mit weißem Rauschebart zeigt er souverän, wie man in Würde altern kann.

Mit diesem Hauptdarsteller können hingegen Regie und Drehbuch nicht ganz mithalten: dafür sind die meisten Figuren zu eindimensional geraten und die ziemlich unwahrscheinliche, zugleich aber äußerst vorhersehbare Geschichte wird mit aufpeitschend pathetischer Musik untermalt. Aber schließlich ist Averhoff eine Kämpfernatur nach amerikanischem Vorbild - bei „Rocky“ wird sich ja auch niemand über Subtilitäten der Handlung auslassen. Daher bietet TV-Regisseur Kilian Riedhof in seiner ersten Arbeit fürs Kino einen gut gemeinten aber etwas zu glatten Wohlfühlfilm mit einem unglaublich vitalen Dieter Hallervorden, dem das Slapstick-Training der früheren Didi-Zeiten sichtlich eine Topform verpasst hat.

8 von 10 schiefgelaufenen Sportschuhen

Sein letztes Rennen

Sein letztes Rennen

D 2013
Tragikomödie
11.10.2013
Kilian Riedhof
Ein ehemaliger Marathonläufer beginnt mit weit über 70 im Altersheim wieder zu trainieren, um beim Berlin Marathon mitlaufen zu können.
7.20

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