Filmkritiken
30.05.2013

ERWACHSENWERDEN MIT FLUGBLÄTTERN, PARTYS UND MOLOTOWCOCKTAILS

Tagsüber Schüler, nachts Revolutionär: Flugblätter verteilen, auf Demos gehen – und einen Molotowcocktail werfen. Die große Woge der Studentenrevolte von 1968 ist vorbei, doch kleine Wellen erreichen 1971 die französische Provinz. Dort lebt Gilles, ein 16-jähriger Schüler, und beginnt sich zu politisieren. Er und seine Freunde verkehren im linken Polit-Milieu, hören psychodelische Musik und erleben die Liebe im Umbruch der Geschlechterverhältnisse. Regisseur Olivier Assayas kehrt nach seinem Terroristen-Porträt „Carlos“ wieder in die 70-er zurück – doch mit deutlich autobiografischen Anklängen. Luftig, leichtfüßig, aber auch melancholisch unterfüttert, erzählt er davon, wie Jugendliche erwachsen werden und eine Revolution scheitert.