EXPLOSIVER COCKTAIL BEI EINER DEKADENTEN TISCHGESELLSCHAFT

Nachdem wieder einmal zwei Frischlinge das derbe Aufnahmeritual - verwüstete Zimmer und Ekel-Cocktails - bewältigt haben, findet das traditionelle Dinner statt, um dem Gründer Lord Ryot aus dem 18. Jahrhundert zu huldigen. In einem Landgasthaus trifft die verdorbene, versnobbte Runde auf das so verachtete rechtschaffene Kleinbürgertum. Der explosive Cocktail aus Völlerei, Alkohol, Kokain, Hass und Geld lässt die Situation schließlich gewaltsam eskalieren.

Die Dänin Lone Scherfig ("Italienisch für Anfänger", "An Education") inszenierte das teils kammerspielartige Sittenbild nach der Theatervorlage "Posh" von Laura Wade. Die britischen Jungstars wie Sam Claflin ("Die Tribute von Panem - Catching Fire"), Douglas Booth ("Noah") und Max Irons ("Seelen") wirken wie adrette Mitglieder eines „Club der toten Dichter“, der keine Humanität kennt. Enttäuschend kurz ist der Auftritt von „Game of Thrones“-Star Natalie Dormer als Edelprostituierte, die zu der Orgie bestellt wird.

Scherfig vermag mit der erschreckend dargestellten Gruppendynamik durchaus einen Sog zu entwickeln, letztlich bietet die Handlung aber keine allzu großen Überraschungen. „The Riot Club“ bietet immerhin starkes Schauspielerkino, das gekonnt zwischen Mainstream und Arthouse zu vermitteln weiß.

The Riot Club

The Riot Club

GB 2013

Posh

Drama, Thriller
09.10.2014
Lone Scherfig
Verwöhnt, reich, sexy und durch und durch verdorben! Nach ihrer liebevollen Verneigung vor den Sixties in "An Education" wirft die dänische Regisseurin Lone Scherfig erneut einen Blick auf die britische Gesellschaft!...
6.00

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