Filmkritiken
03/14/2013

Fee! Fie! Foe! Fum! – oder so - JA WAS DENN NUN?

Hans und die Bohnenranke ist für die meisten Menschen ein Märchen, welches sie als Kind des Öfteren vorgelesen bekommen haben. Durch die fantasievolle Geschichte ließen sich in den letzten Jahren immer wieder Filmemacher dazu inspirieren, das Thema zu behandeln - mal mehr, mal weniger erfolgreich. Die Verfilmung unter der Regie von Bryan Singer kann zwar viele tolle Szenen bieten, doch letztendlich hat man das Gefühl, dass der Film selbst nicht weiß, was er sein möchte: ein kindertauglicher Fantasy-Film der altmodischen Machart oder ein mit CGI-Effekten punktender Action-Kracher. Letzteres trifft wohl nicht ganz zu, denn das Ergebnis bleibt hinter der bahnbrechenden Motion-Capture-Technik des „Hobbit“ leider zurück.

Die Geschichte ist mehr oder weniger bekannt. Ein armer Bauernjunge namens Jack, der jede Nacht vor dem Einschlafen die Sage der Riesen und der Bohnenstange hören möchte, findet sich als junger Erwachsener in eben diesem Märchen wieder, aber natürlich unter anderen Voraussetzungen. Als er für seinen Onkel das letzte Pferd verkaufen soll, damit sie ihren Hunger stillen und Reparaturen vornehmen können, kommt Jack mit fünf magischen Zauberbohnen auf den stark verwitterten Hof zurück. Sein Onkel verlässt mitten in der regnerischen Nacht den Hof und dann passiert etwas, womit man im Land nicht gerechnet hätte. Die Sage wird wahr und aus einer Bohne, die mit Regenwasser in Berührung kommt, schießt eine acht Kilometer hohe Ranke in den Himmel. Durch Zufall befindet sich in diesem Moment die aus dem Königspalast entflohene Prinzessin Isabelle im Haus von Jack und beide geraten in ihr wohl größtes Abenteuer. Während Isabelle von der Ranke umschlossen in den Himmel gehoben wird, kann sich Jack befreien und als der Tag anbricht, findet er sich von der Königswache begleitet auf seiner Mission, die Prinzessin aus der Himmelsregion zu befreien. Wer die Sage kennt, weiß, dass dort nur gefräßige, böse Riesen darauf warten, ihr einst belagertes Erdenreich zurückzuerobern – und durch die Bohnenranke besteht nun wieder eine Verbindung der zwei Welten.

Womit der Film wirklich punkten kann, sind die hochkarätigen Schauspieler. Neben dem eher blassen Nicholas Hoult (Warm Bodies), der den Jack mimt, trumpfen Ewan McGregor als Ritter Elmont, Ian McShane als König Brahmwell und Stanley Tucci als Bösewicht Roderick auf. Obi-Wan Kenobi eingerollt in Teig als menschliches Würstchen oder Ian McShane als theatralischer Märchenkönig liefern uns gute Unterhaltung, und eine bombastische Schlacht am Ende bietet sogar Erwachsenen jede Menge Spannung. Wenn die von den Riesen geworfenen brennenden Bäume auf die königlichen Burgmauern donnern und die Bohnenstange in finsterer, stürmischer Nacht erklommen wird, dann stellt sich auch das Fantasy-Feeling ein. Was hier hingehen irritiert, ist ein gewisses Ungleichgewicht: wenn nach teils durchaus epischen Momenten z.B. ein stupider Monolog folgt, der den aufregenden bildgewaltigen Effekten nicht gerecht wird.

Alles in allem verdient sich diese Neuverfilmung trotzdem 7 magische Bohnen, die es aber auch bei Sturmflut nicht zu einer ausgewachsenen Ranke bringen.

Als ein junger Landarbeiter unbeabsichtigt das Tor zwischen unserer Welt und dem Reich der fürchterlichen Riesen öffnet, flammt eine uralte Fehde wieder auf.