FEUCHTE TEENAGER-TRÄUME

„Kaboom“ bewegt sich flott und unterhaltsam auf dem bewährten Parkett diverser College-Movies und kann somit durchaus in einer Reihe mit Regisseur Gregg Arakis Teenage Apocalypse Trilogie („Totally Fucked Up“, 1993, „The Doom Generation“, 1995, „Nowhere“, 1997) gesehen werden. Andererseits hat er in diesem Film eine reichlich „queere“ Komponente in die Story integriert und damit auch Erfolg gehabt (Queer Palme 2010 in Cannes). Die Entspanntheit mit der Kaboom das Thema angeht ist absolut erfrischend und wird fast durchgehend von witzigen, spritzigen Dialogen und auch sehr freizügigen Szenen getragen. Egal ob es nun um den weiblichen Orgasmus (wie, wann, wo und was ist das überhaupt) oder um den Sex-Appeal von sehr dummen aber auch ziemlich attraktiven Menschen geht, der Film hat einen passenden Spruch zum Thema parat.

Als dann die unheimliche Geschichte mit der Weltverschwörung Konturen annimmt, befinden wir uns schon im letzten Drittel des Films. Langsam, nein eigentlich recht schnell, gibt es eine Spur zu den geheimnisvollen Menschen mit den Tiermasken, unsere Helden machen sich auf den Weg und dann – ja dann ist der Film auch schon wieder vorbei. Wieder einmal erkennen wir: Der Weg war das Ziel!

Fazit: Kaboom ist ein durchaus kurzweiliger Film mit einem, gelinde gesagt, etwas abrupten Ende, das aber dem Namen des Films alle Ehre macht. Schrill und ein wenig überdreht wie seine Figuren geht es zügig dahin, die Story ist hier nebensächlich. Für diese Form der leichten, nicht seichten, frühsommerlichen Unterhaltung gibt es 6 von 10 feuchte Teenager-Träume.

Kaboom

Kaboom

USA/F 2010
Komödie, Horror
20.05.2011
Gregg Araki
Mit diesem Film persifliert der mittlerweile 50-jährige Regisseur Araki sein eigenes Frühwerk: es ist eine wüst zusammengemixte Mischung aus High-School-Coming-of-Age-Komödie und Science-­Fiction-Paranoia-Thriller-Groteske.
5.70

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