© telerama

News
05/10/2017

Filmfestspiele von Cannes ändern ihre Regeln wegen Netflix

Nach den Gerüchten um die Ausschließung von Netflix-Produktionen aus dem Wettbewerb in Cannes veröffentlichten die Verantwortlichen nun eine Stellungnahme.

Erstmals mischt Netflix im Wettbewerb des größten Filmfestivals der Welt mit. Der Streaming-Anbieter ist für seine qualitativ Hochwertigen Serien wie „Stranger Things“ oder „Orange is the New Black“ bekannt und schafft es nun erstmals, zwei Filme ins Rennen um die Goldene Palme zu schicken.

Mit Noah Baumbachs „The Meyerowitz Stories“ und Boong Jon Hoos „Okja“ hat sich Netflix die Rechte zu zwei sehr unterschiedlichen Filmen gesichert. In Baumbachs Komödie spielen Adam Sandler und Ben Stiller die Hauptrollen, wohingegen im Action-Abenteuer „Okja“ die südkoreanische Kinderdarstellerin Ahn Seo-Hyun neben Jack Gyllenhaal und Tilda Swinton glänzt. Die beiden Regisseure konnten schon mit Filmen wie "Frances Ha" oder "Snowpiercer" sowohl ein breites Publikum als auch Kritiker begeistern.

Keine Goldene Palme für Netflix?

Es verhärtete sich das Gerücht, dass die beiden Filme aus dem Wettbewerb ausgeschlossen werden könnten, da Netflix nur eine Veröffentlichung in US-Kinos bzw. auf ihrer Webseite anstrebt und somit die europäischen Kinos außen vorlässt. Die Verantwortlichen des Festivals scheiterten mit ihrem Versuch, den Streaming-Anbieter davon zu überzeugen, die Filme in den französischen Kinos zu zeigen. In einer Presseaussendung bedauerte das Festival diesen Umstand und setzte umgehend Maßnahmen: Ab nächstem Jahr sind nur noch Filme im Wettbewerb um die Goldene Palme zugelassen, die einen Vertrieb in Frankreich anstreben.

Bedeutet: Wenn Netflix in Zukunft um den begehrtesten Preis der Filmwelt konkurrieren will, müssen sie ihre Vertriebsstrategie ändern. Es bleibt abzuwarten, wie der Streaming-Anbieter auf diese Regeländerung reagiert. Fest steht jedoch, dass Netflix auch im Arthouse Kino angekommen ist.

Özgür Anil