Filmklassikerabend zur „Münchner Gruppe”

Die „Münchener Gruppe” war Mitte der 1960er-Jahre ein Zusam­men­schluss von FilmemacherInnen (Eckhart Schmidt, Roger Fritz, Mar­tin Müller, Maran Gosov, May Spils) gegen die verstaubte Kon­ven­tion. Sie orientierte sich bspw. an der französischen Nouvelle Va­gue (Godard, Truffaut, Rivette) und produzierte zuerst kollektiv ihre ersten Kurzfilme.

ZEIGEN WAS MAN LIEBT
Filmemachen, leidenschaftlich, mit vollem Risiko: Die „Münchener Gruppe” machte sich in den Siebzigern daran, das deutsche Kino zu re­­volutionieren, mit wenig Budget und viel Experimentiergeist. Das „Bun­­galow” neben dem Kino „Türkendolch” war eins der Schwa­bin­ger Treffpunkte dieser Gruppe, die sich vom Geist der Nouvelle Vague und dem US-Kino inspirieren ließ. Iris Berben, Star der Mün­chner Fil­mer, nimmt in diesem Dokumentarfilm mit auf die Zeitreise – ein wilder Trip, gespickt mit Kurzfilmausschnitten und Interviews mit den Gal­lions­figuren einer Kino-Ära, die bis heute nachwirkt.

D 2016; Regie: Frank Göhre, Borwin Richter & Torsten Stegmann; Drehbuch: Frank Göhre (Konzept), Torsten Stegmann (Konzept), Borwin Richter (Kon­zept); Kamera: Roland Bertram; Schnitt: Elmar Podlasly; Ton: Giuseppe Gagli­ano; Mit: Iris Berben, Dominik Graf, Klaus Lemke, Werner Enke, May Spils, Rudolf Thome; (DCP; Farbe; 84min).

DAS PORTRAIT
Vom Scheitern eines künstlerischen Schöpfungsaktes: Trotz kunstgeschichtlicher Instruktionen aus dem Off scheitert eine junge Frau da­ran, ihr Selbstporträt zu malen. Gleichwohl reiht sie sich in eine Pha­lanx weiblicher Ikonen ein – von Mona Lisa bis Brigitte Bardot.

BRD 1966; Regie: May Spils; Drehbuch: Werner Enke, Joachim Wedegärtner, May Spils; Kamera: Gerhard Fromm, Peter Rohe; Schnitt: Jutta Brandstaedter; DarstellerInnen: Werner Enke, May Spils; (DCP – von 35mm übertragen; Schwarzweiß; 10min).

MANÖVER
Montagmorgen, 7 Uhr – sicherheitshalber klingeln gleich drei Wecker hintereinander. Trotzdem wird der junge Mann (Werner Enke) erst wach, nachdem die junge Frau (May Spils) den Briefträger bittet, ihm einen Boxhieb zu verpassen. Während sie ihm weitere Anpas­sungs­gesten abverlangt, zeigt der Langschläfer Leistungsbereitschaft nur in der Badewanne: bei der „Weltmeisterschaft im Grimassen­schneiden” und bei ihrer Umfunktionierung zu einer Schwimmbad­bahn.

BRD 1967; Regie & Drehbuch: May Spils; Kamera: Hubs Hagen; Schnitt: Jutta Brandstaedter; DarstellerInnen: Werner Enke, Henry van Lyck, May Spils; (DCP – von 35mm übertragen; Schwarzweiß; 10min).

ZUR SACHE SCHÄTZCHEN
Martin lebt mit seinem Freund Henry in Schwabing gelangweilt, aber munter in den Tag hinein. Neuer Schwung kommt in ihren Alltag, als sie Barbara begegnen und Martin ganz nebenbei beträchtlichen Ärger mit der Polizei bekommt. Sein enormes Desinteresse an der Auf­klärung eines Einbruchs macht ihn für die Ordnungshüter schwer verdächtig. Es folgen Martins anarchistisch verschlafene Lebens­weis­hei­ten, die Annäherung an Barbara, eine Verhaftung, ein Striptease auf der Amtsstube und gehörige Verwirrung seitens der Staatsgewalt. Am Ende zückt der Beamte „in Notwehr” seine Dienstwaffe.

BRD 1968; Regie: May Spils; Script: Halinka Drumm; Drehbuch: May Spils, Rüdiger Leberecht, Werner Enke; Kamera: Klaus König; Schnitt: Ulrike Froeh­ner; Ton: Clemens Brendel, Horst Weiser; Musik: Kristian Schultze; Gesang: Kerry & Kaye; DarstellerInnen: Werner Enke (Martin), Uschi Glas (Barbara), Hen­ry van Lyck (Henry van Busch), Rainer Basedow (Wach­habender), Inge Marschall (Anita), Helmut Brasch (Viktor Block), Joachim Schneider (Wacht­meister), Fritz Schuster (Bettler), Johannes Buzalski (Voy­eur), Horst Pasderski (Filmproduzent), Edith Volkmann (Hausmeisterin), Martin Lüttge (Dichter im Fahrstuhl), Erwin Dietzel (Zoo-Wärter), Li Bonk (Bonks Sekretärin) u.a.; (35mm; Schwarzweiß; 80min).

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