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Filmkritik
12/22/2019

"Latte Igel": Wie ein freches Igelmädchen Wasser für den Wald rettete

Animationsfilm „Latte Igel und der magische Wasserstein“ kommt nun in die Kinos. Er baut auf einem Buch von vor 60 Jahren (!) auf.

von Heinz Wagner

Kein Tropfen Wasser mehr. Die Tiere des Waldes leiden, auch die Bäume drohen zu vertrocknen. Dort, wo der Bach floss, eine staubtrockenes Flussbett. Wasservorräte, die die Tiere in ausgehöhlten Kürbissen gesammelt haben, neigen sich auch dem Ende zu. Was tun? Tau-Tropfen, die nachts gesammelt werden, reichen natürlich längst nicht, den Durst der Waldbewohner zu löschen.

Der Rabe Korp weiß, woran’s liegt: Bärenkönig Bantur hat den magischen Wasserstein gestohlen. Er ist ein Fan von Wasserspielen aller Art, einem Synchron-Wasser-Ballett und kreuz und quer durch die Lüfte schießenden Wasserstrahlen… - übrigens herrliche Szenen in diesem nicht ganz eineinhalbstündigen Animationsfilm. Der basiert übrigens auf dem ersten der von Sebastian Lybeck, einem finnischen Autor, Angehöriger der dortigen schwedischen Minderheit, geschriebenen Latte-Igel-Abenteuer – allerdings ohne das „magisch“ im Titel.

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Schwedischer Finne

Die so aktuelle Geschichte wurde von ihm übrigens bereits vor 60 (!) Jahren veröffentlicht. „Die Figur des Latte Igel erfand er während der Arbeit an einem Sommerfeuilleton für Hufvudstadsbladet (die größte schwedischsprachige Tageszeitung in Finnland)“, findet sich über die Anfänge der Geschichten auf Wikipedia. Lybeck veröffentlichte alle paar Jahre weitere Latte-Igel-Bände, den letzten erst 2012.

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Schon als Kind gekannt

Die Autorin des Drehbuchs für diesen Animationsfilm, Andrea Deppert, hatte das selbstbewusste Igelmädchen schon als Kind gelesen, auch etliche der federführend mitwirkenden an der Umsetzung verbanden die Arbeit mit der Erinnerung an ihre Kindheitslektüre. Insgesamt werkten in etwa 100 Menschen, darunter 40 Animator_innen, an der Verwirklichung des Films, der knapp nach Weihnachten 2019 in die Kinos kommt.

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Abenteuer

Dieser Wasserstein muss dem Ober-Bären entwendet werden und dann werden Flüsse und Bäche wieder Wasser führen. Bei der Versammlung der Tiere im Wald hören dem weisen Raben aber nicht viele zu. „Nur“ das lebendige, ein wenig aufmüpfige Igelmädchen namens Latte will sich auf den Weg machen, um alle zu retten. Vielleicht auch um Abenteuer zu erleben? Oder Heldin zu werden? Jedenfalls wandert die Igelin in Richtung Bärenhöhle. Tjum, ein an sich eher schüchternes, ja sogar ängstliches Eichhörnchen-Kind schließt sich völlig überraschend dieser Reise ins Ungewisse an. Bei der sie unter anderem auf Wölfe treffen, die sie gern fressen möchten. Da hilft ein Bieber…

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Aktiv werden

Bald jedoch zerstreiten sich die beiden Tierkinder und Latte ist wieder ganz allein unterwegs, gelangt zur Bärenhöhle. Und ist in großer Gefahr. Da taucht dann doch wieder Tjum auf und – natürlich endet alles happy. Nicht zuletzt auch dank eines Bärenjungen Amaroo, Sohn des Königs Bantur.

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Junge retten gemeinsam...

Abenteuer samt gefährlicher Situationen, ein mutiges (Igel-)Mädchen, ein ängstlicher, schüchterner Freund, die sich gemeinsam für die Rettung der Tiere und des Waldes insgesamt einsetzen, auch wenn sie von anderen anfangs gar nicht ernst genommen werden… - wenn da bei manchen Gedanken an aktuelle junge Klimaschutzaktivist_innen auftauchen mögen, war das vielleicht nicht ganz unbeabsichtigt ;)

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