Forty Shades of Blue

 USA 2004
06.01.2006 108 min.
6.00
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Ira Sachs präsentiert diese Dreiecksgeschichte vor dem Hintergrund der amerikanischen Musikmetropole Memphis als ein in gedeckten Farben gehaltenes Beziehungsdrama.

Forty Shades of Blue erzählt die Geschichte eines ungewöhnlichen Paares aus Memphis, Alan James und seine Freundin Laura. James gilt als Musiklegende, seit er in den 60er Jahren als einer von wenigen Weißen schwarze Musik produzierte. Heute lebt er auf großem Fuß, sein komfortables Wohnhaus liegt in einem modischen Viertel der Stadt. Laura ist eine russische Immigrantin, die James auf einer Tournee in Moskau kennen lernte. Eines Tages taucht Alans erwachsener Sohn Michael in Memphis auf, zum ersten Mal seit Jahren. Das Verhältnis zwischen den beiden Männern ist nicht unkompliziert, und bald entwickelt sich die spontane Feindseligkeit, die Michael der neuen Freundin seines Vaters entgegenbringt, in eine andere Richtung.
In seiner Dreiecksgeschichte, einem eleganten Kammerspiel vor dem Hintergrund der amerikanischen Musikmetropole, verbindet der aus Memphis stammende Regisseur Ira Sachs psychologisches Einfühlungsvermögen mit naturalistisch gezeichnetem Lokalkolorit. Hörenswert wird sein Film nicht zuletzt durch Soul-Aufnahmen, die von dem seinerseits legendären Produzenten Bert Berns (19291967) stammen.

Ira Sachs präsentiert Forty Shades of Blue als ein in gedeckten Farben gehaltenes Beziehungsdrama. Die Charakterzeichnung der Figuren kommt dabei ohne Klischees aus, und Sachs nutzt die Locations der Musikmetropole Memphis geschickt, um die Verzweiflung der Protagonisten in Szene zu setzen. Rip Torn glänzt als selbstherrlicher Patriarch über seine (Musik-)Familie, der Sohn und Geliebte an seiner Egozentrik verzweifeln lässt. (Daniel Krönke)

(Text: Viennale 2005)

Details

Rip Torn (Alan), Dina Korzun (Laura), Darren Burrows (Michael), Paprika Steen (Lonni), Red West (Duigan), Jenny OHara (Celia), Jerry Chipman (Shel), Andrew Henderson (Sam), Emily McKenna Cox (April), Liz Morton (Cindy)
Ira Sachs
Dickon Hinchliffe
Julian Whatley
Michael Rohatyn, Ira Sachs
Stadtkino

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Glück gibt's nicht
    Eigentlich passiert in diesem Film relativ wenig. Die Betonung liegt auf dem Versuch der drei zentralen Personen Beziehungen zuzulassen und dann quasi als eigener Beobachter zu fungieren. Dabei verbergen sie so gut es geht ihre eigenen Gefühle. Selbst der große Übervater (Rip Torn) ahnt nur, was sich hinter seinem Rücken abspielt. Er ist ein egoistischer Mistkerl, der auf allen herumtrampelt - sie bisweilen zertrampelt, bis sie nicht mehr können und eigene (Liebes)Aktivitäten beginnen. Es gibt einen titelgebenden Tralala-Song. Aber eigentlich verbirgt sich hinter den ’Vierzig Schattierungen von Traurigkeit’ die Feststellung, dass alle nur verschieden heftig traurig (blue!) sind. Traurig wegen eigener Unzulänglichkeit oder dem nicht vorhandenen Mut auszusteigen. Vielleicht ist es aber auch die Furcht vor neuer Bindung oder die Aufgabe des liebgewordenen Wohlstandes. Jeder steht jedem in fassungsloser Unfähigkeit gegenüber. Lösungen gibt’s nicht.