Généalogies d'un crime

 F 1996
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Eine Anekdote aus der Geschichte der Psychoanalyse gab die Anregung zu diesem Film: Hermine Hellmut von Hug, eine Kinderpsychologin im Wien der Jahrhundertwende, glaubte herausgefunden zu haben, daß ihr fünfjähriger Neffe Tötungsneigungen aufweise. Als Freudianerin war sie überzeugt, daß die kindliche Entwicklung in diesem Alter abgeschlossen sei. Sie wollte daher die unausweichlich kriminelle Persön-lichkeitsentwicklung des Neffen solange beobachten, bis er irgendwann das von ihr erwartete Verbrechen beginge. Was geschah? Der Neffe tötete die Tante - die einzige Person, die von seinen mörderischen Neigungen wußte. Soweit die Fakten. Im Film wird der junge Angeklagte René von der Rechtsanwältin Solange vertreten. Ihre Ab-sicht ist es, das verwickelte Spiel der subtilen Verbindungen zwischen Opfer und (zu-künftigem) Täter über mehr als zehn Jahre hinweg aufzurollen. Zunächst sieht es so aus, als hätte Jeanne - die Tante - nicht nur eine unausweichliche Neigung erforschen wollen, sondern darüber hinaus auch eine neue Theorie beweisen wollen. Der junge Mann wiederum wollte anscheinend nicht nur seine Tante für ihre geschmacklose Neugier bestrafen, sondern folgte offenbar einer unwiderstehlichen Einladung zum Mord. Im Laufe ihrer Untersuchungen nimmt der Fall für Solange eine unerwartete Wendung: Mehr und mehr scheint der junge Mann zu meinen, daß seine Anwältin und seine verblichene Tante ein und dieselbe Person seien. / Catherine Deneuve in einer Doppelrolle und Michel Piccoli sind die hinreißenden Hauptdarsteller in einer der ungewöhnlichsten Komödien, die je das Kino bereicher-ten. In einem ironisch-eleganten Vexierspiel mit mehrfachem Boden gehen sie einem Mörderspiel nach und führen die Methoden der Psychoanalyse ad absurdum. / (Hans Gerhold)The effervescent wit of Raoul Ruìz plays (havoc) with double identities, free will and psychoanalysis. René is a young defendant accused of having killed his aunt, a psychiatrist who has always suspected homicidal tendencies in the boy. His lawyer Solange intends to clarify the complex game of subtle connections that existed between victim and (future) perpetrator over a period of more than ten years. But the case turns out to be a very strange one, especially for Solange.

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Raoul Ruìz

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